Archiv für März 2011

Politkinobeisl am 1.April um 19h im Volxhaus (gegenüber vom Bahnhof, Klagenfurt)

wir zeigen den Film „PARTISAN – die Geschichte einer Widerstandsgruppe“ von Tobias Kavelar (2005)
Um 7 Uhr im Volxhaus (Südbahngürtel 24, 1.Stock, gegenüber vom Bahnhof).

politkino_partisan

Inhalt:
„Eine traurige Sache ist das – eine Tragödie!“
So beschreibt der Partisan Drago Druškovic das Schicksal der Gruppe junger Widerstandskämpfer, deren Waldversteck am 10. Februar 1945 verraten und von der SS und dem Volkssturm aufgerieben wurde. Drago D. und sein Kamerad Ston Bogdan Mohor überlebten nur durch Zufall den deutschen Überfall. Die verstümmelten Leichen ihrer Freunde wurden eine Woche lang am Straßenrand bei St. Peter/Šentpeter zur Schau gestellt.

Was ist das Politkinobeisl?
Wir zeigen jeden Monat einen Film zu einem gesellschaftskritischen und/oder politischen Thema, um eine Auseinandersetzung anzuregen.
Wir verlangen weder Eintrittspreis noch eine freiwillige Spende, um mit der kapitalistischen Profit- und Verwertungslogik zu brechen. Jeder/jedem soll es möglich sein am politkinobeisl teilzunehmen, unabhängig davon wie viel Geld sie/er zur Verfügung hat.

Infostand und Frauenfilmabend am FR 18.3. zum Internationalen Frauenkampftag

Mit Transparenten, Flyern, Texten, Broschüren, Buttons, T-Shirts, Büchern, Musik werden wir am 18.3. ab ca. 10h am Neuen Platz in Klagenfurt den Internationalen Frauentag thematisieren. Um 19h abends ist im Volxhaus (Südbahngürtel 24, gegenüber vom Bahnhof) ein Frauenfilmabend angesetzt. Danach Aftershowparty im Volxhaus mit Auflegerei von PECAVE.

Queer Up!! – Geschlechterkonstrukte zerschlagen

Die Einteilung in zwei Geschlechter (Mann und Frau) erscheint heute selbstverständlich und wird als naturgegeben dargestellt. Jenachdem welchem
biologischem Geschlecht mensch zugeordnet wird (und sich selbst zuordnet), wird mensch wahrgenommen, behandelt. Kurz nach der Geburt wird jeder Mensch eindeutig zugeordnet in jedem staatlichen Dokument wird das
biologische Geschlecht angeführt. Seit da an wird weibliches/männliches
Verhalten antrainiert, dem Kind gelernt Menschen als Frau oder Mann zu erkennen und sich selbst als Mädchen oder Bub zu verhalten. Dieses
„eindeutige“ Erkennen resultiert aus der Interpretation verschiedener
Ausbeulungen des Gewandes (oder keinen) worunter sich Brüste oder
Genitalien verstecken. Weiters resultiert das Erkennen auf das tragen der
Kleidung (wieso tragen Männer eigentlich keine Röcke??), aus langen oder kurzen Haaren, Make Up, Körperhaltung, Sprache, Gestik, Mimik, Geruch, welche Körperstellen rasiert sind…
Die Merkmale für die geschlechtliche Zuordnung verändern sich laufend, werden immer wieder neu festgelegt und hängen von Schicht, Zugehörigkeit einer Jugendgruppe, Alter etc. ab. So wurde jeder Mann der vor 50 Jahre lange Haare trug als „schwul“ beschimpft, durch die Hippie Bewegung und des nachfolgenden Rock und Heavy Metal wurde das tragen langer Haare für Männer gesellschaftlich Anerkannt.

Die Aufteilung der Geschlechter wurde geschichtlich verschieden
gerechtfertigt. War im Mittelalter noch Gott die Ursache für die Schöpfung und somit auch der Schaffung der Frauen und Männer, so trat mit Charles Darwin die Evolutionstheorie an dessen Stelle. Nun wurde die Aufteilung als natürlich und von Natur gegeben dargestellt. Seit der Französischen
Revolution, an der Frauen maßgeblich mitgewirkt hatten, änderte sich die
Sichtweise. Zwar waren viele Frauenrechte wie das Wahlrecht noch weit
entfernt, doch die Annahme alle Eigenschaften der Frau und ihre Aufgaben seien natürlich und immerwährend wurde hinterfragt und breit diskutiert.

In der ersten und zweiten Frauenbewegung wurde immer von dem Bestehen der Geschlechter ausgegangen. Die Veränderbarkeit von weiblichen oder männlichen Eigenschaften wurde mit dem Konstrukt von sex (körperliches, unveränderbares Geschlecht) und gender (soziales, angelerntes und
veränderbares Geschlecht) argumentiert. In den 1980ern kam die Idee der Queer Theorie auf. Judith Butler stellte als erste mit ihrem Buch „das
Unbehagen der Geschlechter“ (engl. „Gender Troubles“) die
Zweigeschlechtlichkeit grundsätzlich in Frage. So ist auch das körperliche
Geschlecht gesellschaftlich erschaffen. Der „Embodiment-Ansatz“
(eine Theorie der Neurobiologie) besagt, dass sich Sozialisation, die
Lebensbedingungen und Erfahrungen eines Menschen in der Entwicklung seines Körpers widerspiegeln. So verändert sich z.B. die Hirnstruktur bei frühem erlernen einer Fremdsprache.

Wir sind uns bewusst, dass es momentan Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, dass diese jedoch nicht biologische bestimmt sondern durch die
jeweilige Sozialisation erschaffen werden. Sichtbar muss jedoch gemacht werden, dass es viele Menschen gibt die sich nicht eindeutig zuordnen lassen können oder wollen.

Geschlechterkonstrukte zerschlagen!!!
Queer up!