Grüße von Josef aus dem Knast


Viele Grüße an alle solidarischen Unterstützer*innen!

Danke für eure zahlreichen Solidaritätsbekundungen, die den Aufenthalt im Gefängnis erträglicher machen. So bin ich zwar alleine in Haft, aber ich bin auf keinen Fall einsam.

Diesmal hat es mich getroffen, aber jede*r der/die gegen den Akademikerball protestiert hat, könnte jetzt statt mir in Untersuchungshaft sitzen. Staatliche Behörden versuchen immer wieder, antifaschistische Proteste zu kriminalisieren. Antifaschismus ist eben mehr als gegen Nazis sein und der Bau von Gedenkstätten und Mahnmalen. Er beinhaltet auch die Kritik an in allen Gesellschaftsschichten weit verbreiteten rassistischen, sexistischen und antisemitischen Meinungen. Auch das Aufrechterhalten einer aktiven Erinnerungspolitik ist ein wichtiger Bestandteil antifaschistischen Handelns, z.B. die Umsetzung des Schwures von Buchenwald: „die Auslöschung des Nazismus mit all seinen Wurzeln“ als Konsequenz der Vernichtungspoltiik des NS-Regimes. Da diese Meinung doch stark von der mehrheitlich vertretenen abweicht, versuchen Polizei und Justiz, Antifaschst*innen zum Schweigen zu bringen, damit niemensch den ausgrenzenden Konsens der bürgerlichen Gesellschaft stört.

Auch andere Unangepasste erfahren behördliche Verfolgung, z.B. die Aktivist*innen des Refugeeprotest Wien, da diese mit ihren Handlungen die öffentliche Ordnung infrage stellen und auf gesellschaftliche Probleme hinweisen, über die die Meisten lieber schweigen. Daher ist es wichtig, in Zeiten der ökonomischen Krise, wo sozialchauvinistische Hetze und Rechtspopulist*innen Hochkunjunktur haben, aufzustehen und sich gegen Diskriminierung einzusetzen.

Unterstützt also lokale Strukturen wie selbstorganisierte Gruppen, Jugendorganisationen wie die Falken oder andere antifaschistische Gruppen und seid auch über Grenzen hinweg solidarisch!

Lasst euch nicht einschüchtern und passt aufeinander auf!

Siamo tutti Antifascisti!
Freiheit für alle Gefangenen !
Freundschaft – Josef

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