RASSISMUS TÖTET! Progrome verhindern, bevor sie stattfinden!

Am 20.02.16 wollen die Identitären in Klagenfurt/Celovec am Neuen Platz gegen den „Asylwahnsinn“ und gegen die Regierung demonstrieren, um ihre rassistische Hetze und imaginäre Untergangsszenarien zu verbreiten.

Der Ursprung der Identitären Bewegung liegt in Frankreich, wo sich nach dem Verbot der neonazistischen Unité radicale 2002 die Gruppe Jeunesses identitaires gründete. Daraus ging ein Jahr später der Bloc identitaire unter dem ehemaligen Front National-Kader Fabrice Robert hervor.
Durch den sich verstärkenden Repressionsdruck auf die Neonaziszene (z. B. Alpen-Donau-Info) im Jahre 2012, etablierten sich die Identitären in Österreich. Die Herkunft mancher IBÖ-Kader (Identitäre Bewegung Österreich) aus dem organisierten Neonazismus wird dabei gar nicht geleugnet, sondern vielmehr als „Irrweg“ abgetan. Daneben kommen viele Identitäre aus deutsch-völkischen Studentenverbindungen, was ihren ausgeprägt männerbündischen Charakter erklären hilft.
Während Rechtsextreme sich seit jeher (mehr oder weniger glaubwürdig) vom (Neo-) Nationalsozialismus distanzieren, bestreiten die Identitären auch die Zugehörigkeit zur rechten Szene, um sich so weitere Kreise erschließen zu können. Sie verwenden eine, vor allem aus der Popkultur (beispielsweise der Film „300“) und von Linken entwendete Symbolik, um sich als ganz neue Bewegung zu inszenieren. Darüber hinaus versuchen sie, ihren Rassismus hinter positiver klingenden Formulierungen wie der Erhaltung „kultureller Identität“ zu verstecken. Mit der Rede von der „Islamisierung Europas“, von Heimatverbundenheit und einem völkisch besetzten Begriff der “Identität“, der aber kulturalistisch umschrieben wird, wird das Konzept des Ethnopluralismus bedient.
Als offen rechtsextrem identifizierbar sind die Identitären aufgrund ihrer Überordnung des „Volkes“ als „organische Gemeinschaft“ über das an Rechten gleiche Individuum. Der Begriff der Kultur tritt anstelle des tabuisierten Wortes „Rasse“ – gemeint ist damit aber der gleiche rassistische Herrschaftsanspruch. Diese natürliche Abstammungsgemeinschaft wird als „vom Zerfall“ bedroht gesehen: Die Identitären sehen die Bedrohung weniger unmittelbar von den Muslimen und Muslimas selbst ausgehen, sondern vielmehr von der Herrschaft des alles zersetzenden Liberalismus und Multikulturalismus. Mit „Kultur“ wird einer Masse von Menschen ein individueller Charakter zugeschrieben, auf den alle Handlungen dieser Gruppe als Ausdruck eines bestimmenden, widerspruchsfreien Wesens reduzierbar sein sollen. In der mit der Kulturalisierung einhergehenden Naturalisierung und Verewigung sozialen Verhaltens – dem „wir-“ oder „die sind halt so“ – liegt jedoch gerade ihre kapitalistische Funktion. Soziale Konflikte werden in kulturelle umgedeutet. Die Andersartigkeit von Menschen folgt nach dieser Logik dann nicht mehr aus deren sozialer Situation, sondern aus ihrem kulturellen Hintergrund. Die exzessiven Verwendung von Kriegs- und Kampfmetaphern und der Selbstdarstellung als die letzte Generation, die den Untergang des dekadenten Abendlandes noch aufhalten könne, sprechen für eine militante („wehrhafte“) Grundhaltung.

Es geht uns jedoch nicht nur darum, Aufmärsche von offensichtlich rechtsextremen bzw. neofaschistischen Organisationen wie die der Identitären Bewegung aufzuzeigen, zu kritisieren und unser Bestes zu tun, um diese zu verhindern, sondern auch darum darauf hinzuweisen, dass der Rassismus, wie er sich in Form der Ideologien von Identitäre, PdV, Pegida und co. in seiner vollen Abscheulichkeit zeigt, keineswegs ein gesellschaftliches Randphänomen darstellt.
Was in Zusammenhang mit offen rechten Gruppierungen schnell und zurecht skandalisiert wird, hat seinen Ursprung in der vermeintlich „politisch korrekten“ Mitte der Gesellschaft.
Der Übergang von Konservativismus zu Rechtsextremismus ist fließend, und somit ein charakteristisches Merkmal der Gesellschaft, in der wir leben. Noch immer haben die Identifikation mit Volk, Nation, dem Vaterland und seinen Grenzen einen hohen Stellenwert in den Wertesystemen der österreichischen Bevölkerung. Wo ein Mensch sich selbst mit einer Grenze identifiziert, gehört es für ihn zum Selbstverständnis das zu schützen, was begrenzt wird, und zwar vor dem, was dadurch ausgegrenzt wird. Wenn eine Volksgemeinschaft wie die österreichische plötzlich mit hohen Zahlen an Menschen konfrontiert wird, die zwar von ihrem Grundverständnis her nicht zu ihrer klar definierten Gemeinschaft gehört und trotzdem auf ihr Recht besteht, ihr Leben innerhalb der Grenzen, die sich diese Gemeinschaft gesetzt hat, zu führen, ist es traurige Konsequenz des nationalen Denkens, dass sich der Wunsch, die sichere Heimat vor ,,dem Fremden“ zu schützen, in der Bevölkerung anwächst. Bei einigen äußert sich dies in Form der ,,Sorgen und Ängste“, für welche die viele ein gewisses Verständnis haben – bei anderen in Form von Anschlägen auf Asylheime, gewalttätigen Übergriffen auf Geflüchtete oder, wie hier heute, als offen rechte Kundgebung, die das verschärfen der vermeintlich harmlosen ,,Sorgen und Ängste“ der Zivilgesellschaft zum Ziel hat.
Ungleichheitsideologien und die durch sie bedingten Ausgrenzungs- und Diskriminierungsmechanismen sind bedingt durch die kapitalistisch organisierte Gesellschaft, in der wir alle leben müssen und die durch ihre erdrückenden Gewaltverhältnisse ein Angstfreies miteinander unmöglich macht.

Genau deswegen begreifen wir einen konsequenten Antirassismus als antinational. Rechtsextreme Bewegungen bedienen sich des Rassismus, der einen wichtigen Bestandteil des nationalen Denkens ausmacht. Wenn die Identitäre dazu aufrufen, die ,,Masseneinwanderung zu beenden“, äußern wir unsere Unpersönlichkeit durch die Ablehnung von Volk, Nation und der Gesellschaft, welche dies alles möglich macht!
Es gilt, Bewegungen wie die Identitäre auf allen Ebenen anzugreifen, ihre Kundgebungen zu verhindern, nicht ohne laute Kritik von statten gehen zu lassen und alles zu tun, um den rassistischen Mob von heute von den Pogromen von morgen abzuhalten.

https://www.facebook.com/events/1646165022315426/

zum Weiterlesen:
http://antifaw.blogsport.de/2014/04/27/180/
http://www.doew.at/…/rechtsextreme-demonstrieren-in-wien-id…