Archiv für Juni 2016

ÖSTERREICH ‚VERUNGLIMPFEN‘ BIS ZUM KOMMUNISMUS

Rechtzeitig vor dem ersten Spiel der österreichischen Nationalmannschaft stellen wir unsere Kampagne zur EM2016 vor: „ÖSTERREICH ‚VERUNGLIMPFEN‘ BIS ZUM KOMMUNISMUS“

Die Teilnahme des österreichischen Nationalteams bei der Europameisterschaft 2016 lässt die nationalen Gefühle jeder einzelnen stolzen Österreicher_in höher schlagen. Die mediale Inszenierung einer nationalen Krise (nach der Bundespräsident_innenschaftswahl 2016 und dem knappen Ergebnis zugunsten Van der Bellens und der angeblich „gespaltenen Nation“) scheint überwunden zu sein, sieht eins1 in der nationalbewussten Einigkeit bei der EM16. Mit Österreich-Fähnchen und -Trikots und sonstigen nationalen Symbolen sind alle tagtäglich in Österreichs Straßen konfrontiert. Wir nehmen dies zum Anlass um unsere Kampagne zur EM 2016 vorzustellen: „Österreich und seine Symbole verunglimpfen bis zum Kommunismus“

In der kapitalistischen Gesellschaft stehen die Menschen in ständiger Konkurrenz zu einander. Die emotionale Bindung der Menschen an die Nation soll zu einem Zusammenhalt führen, der im Gegensatz zu den individuell ganz unterschiedlichen Interessen im kapitalistischen Wirtschaftssystem stehen soll. Dadurch wird ein „Wir“ geschaffen. In der Folge entsteht notwendigerweise auch ein „die Anderen“, die von dem „Wir“ nicht als zur Nation zugehörig gesehen werden. Es kommt zu einer Aufwertung des „Wir“ bzw. einer Abwertung „der Anderen“, um die eigene nationale Identität zu stärken.

Die Nation ist auch beim Patriotismus ein notwendiges Konstrukt, welches über den individuellen Bedürfnissen und Interessen der einzelnen Individuen steht und damit seinen Sinn im kapitalistischen System erfüllt. Auch Patriotismus ist also kein harmloses Phänomen, sondern beinhaltet immer die Akzeptanz von nationalen Konstruktionen und somit von verschiedenen Ausgrenzungsmechanismen. Zunächst einmal mit der Ausgrenzung und Abwertung von anderen Nationalitäten. Ein weiterer rassistischer Ausgrenzungsaspekt führt dazu, dass Menschen auf Grund ihrer Herkunft beleidigt oder sogar gewalttätig angegangen werden. Während internationalen Fußballereignissen kommt es immer wieder zu zahlreichen rassistischen Übergriffen. Es wird behauptet, dass diese Gewalt von wenigen Rechtsextremen ausgehe, die die Feiern als Plattform für ihre Ideologie benutzen würden. Rassismus wird an den Rand der Gesellschaft geschoben und die Mehrheitsgesellschaft von der Verantwortung befreit.
Seit Beginn der EM2016 kam es täglich zu Schlägereien.2 Nazi-Hooligans von Dynamo Dresden nahmen unter anderem bei den Schlägereien gegen ukrainische Fans teil. Zuvor posierten die Nazi-Hooligans mit Reichsflagge und Hitlergruß! Männerfußball wird zu einem Ort, an dem Schwule als seltsam bis abstoßend gelten und Frauen höchstens als Spieler-Frauen (Trophäen) eine Rolle spielen.

Der Inhalt unserer Kampagne sieht wie folgt aus:
Wir rufen dazu auf, allen Nationalist_innen bei der EM den Spaß an der nationalen Inszenierung zu nehmen und ihr Nationalgefühl zu verletzen und besten falls zu brechen.

Beim Erwerb von 10 österreichischen Symbolen verschenken wir ein T-Shirt mit der Aufschrift „Österreich, du mieses Stück Scheisse“, „Love Sports – Hate Patriotism“ oder „Was ihr feiert: Armut – Ausgrenzung – Leistungszwang“.
Beim Erwerb von 15 österreichischen Symbolen verschenken wir ein T-Shirt nach Wahl und einen Sportbeutel nach Wahl.
Symbole rechtsextremer Organisationen (Identitäre, PEGIDA, PDV) zählen dreifach!

Um uns euren Erwerb zu zeigen, bitten wir um Fotos der erbeuteten Nationalsymbole.
1 Wird als Synonym für „man“ verwendet
2 https://sports.vice.com/de_de/highlight/deutsche-hooligans-zeigen-reichskriegsflaggen-und-hitlergru-in-lille