allgemein

ÖSTERREICH ‚VERUNGLIMPFEN‘ BIS ZUM KOMMUNISMUS

Rechtzeitig vor dem ersten Spiel der österreichischen Nationalmannschaft stellen wir unsere Kampagne zur EM2016 vor: „ÖSTERREICH ‚VERUNGLIMPFEN‘ BIS ZUM KOMMUNISMUS“

Die Teilnahme des österreichischen Nationalteams bei der Europameisterschaft 2016 lässt die nationalen Gefühle jeder einzelnen stolzen Österreicher_in höher schlagen. Die mediale Inszenierung einer nationalen Krise (nach der Bundespräsident_innenschaftswahl 2016 und dem knappen Ergebnis zugunsten Van der Bellens und der angeblich „gespaltenen Nation“) scheint überwunden zu sein, sieht eins1 in der nationalbewussten Einigkeit bei der EM16. Mit Österreich-Fähnchen und -Trikots und sonstigen nationalen Symbolen sind alle tagtäglich in Österreichs Straßen konfrontiert. Wir nehmen dies zum Anlass um unsere Kampagne zur EM 2016 vorzustellen: „Österreich und seine Symbole verunglimpfen bis zum Kommunismus“

In der kapitalistischen Gesellschaft stehen die Menschen in ständiger Konkurrenz zu einander. Die emotionale Bindung der Menschen an die Nation soll zu einem Zusammenhalt führen, der im Gegensatz zu den individuell ganz unterschiedlichen Interessen im kapitalistischen Wirtschaftssystem stehen soll. Dadurch wird ein „Wir“ geschaffen. In der Folge entsteht notwendigerweise auch ein „die Anderen“, die von dem „Wir“ nicht als zur Nation zugehörig gesehen werden. Es kommt zu einer Aufwertung des „Wir“ bzw. einer Abwertung „der Anderen“, um die eigene nationale Identität zu stärken.

Die Nation ist auch beim Patriotismus ein notwendiges Konstrukt, welches über den individuellen Bedürfnissen und Interessen der einzelnen Individuen steht und damit seinen Sinn im kapitalistischen System erfüllt. Auch Patriotismus ist also kein harmloses Phänomen, sondern beinhaltet immer die Akzeptanz von nationalen Konstruktionen und somit von verschiedenen Ausgrenzungsmechanismen. Zunächst einmal mit der Ausgrenzung und Abwertung von anderen Nationalitäten. Ein weiterer rassistischer Ausgrenzungsaspekt führt dazu, dass Menschen auf Grund ihrer Herkunft beleidigt oder sogar gewalttätig angegangen werden. Während internationalen Fußballereignissen kommt es immer wieder zu zahlreichen rassistischen Übergriffen. Es wird behauptet, dass diese Gewalt von wenigen Rechtsextremen ausgehe, die die Feiern als Plattform für ihre Ideologie benutzen würden. Rassismus wird an den Rand der Gesellschaft geschoben und die Mehrheitsgesellschaft von der Verantwortung befreit.
Seit Beginn der EM2016 kam es täglich zu Schlägereien.2 Nazi-Hooligans von Dynamo Dresden nahmen unter anderem bei den Schlägereien gegen ukrainische Fans teil. Zuvor posierten die Nazi-Hooligans mit Reichsflagge und Hitlergruß! Männerfußball wird zu einem Ort, an dem Schwule als seltsam bis abstoßend gelten und Frauen höchstens als Spieler-Frauen (Trophäen) eine Rolle spielen.

Der Inhalt unserer Kampagne sieht wie folgt aus:
Wir rufen dazu auf, allen Nationalist_innen bei der EM den Spaß an der nationalen Inszenierung zu nehmen und ihr Nationalgefühl zu verletzen und besten falls zu brechen.

Beim Erwerb von 10 österreichischen Symbolen verschenken wir ein T-Shirt mit der Aufschrift „Österreich, du mieses Stück Scheisse“, „Love Sports – Hate Patriotism“ oder „Was ihr feiert: Armut – Ausgrenzung – Leistungszwang“.
Beim Erwerb von 15 österreichischen Symbolen verschenken wir ein T-Shirt nach Wahl und einen Sportbeutel nach Wahl.
Symbole rechtsextremer Organisationen (Identitäre, PEGIDA, PDV) zählen dreifach!

Um uns euren Erwerb zu zeigen, bitten wir um Fotos der erbeuteten Nationalsymbole.
1 Wird als Synonym für „man“ verwendet
2 https://sports.vice.com/de_de/highlight/deutsche-hooligans-zeigen-reichskriegsflaggen-und-hitlergru-in-lille

Stellungnahme der Autonome Antifa Kärnten/Koroška zum Transparent „Tito hat`s bewiesen…“.

Das Transparent stammt nicht von unserer autonomen Gruppierung, trotzdem werden wir uns nicht davon distanzieren, im Gegenteil. Das provokative und nicht ernst gemeinte Transparent hatte einen bestimmten Zweck: Um etwas der Dämonisierung des antifaschistischen Widerstandes der Tito-Partisan_innen entgegen zuhalten und dabei den historischen Kontext nicht zu vergessen.

Der antifaschistische Widerstand in Kärnten/Koroška gehört zum wichtigsten und effektivsten Kampf gegen das nationalsozialistische Regime des Dritten Reiches. Denn auch wenn es Verbrecher der Tito-Partisan_innen gab, standen diese in dem Kontext der nationalsozialistischen Rassen- und Germanisierungspolitik, denen mehrere zehntausende Slowen_innen zum Opfer fielen. Die nationalsozialistische Politik gegenüber den Kärntner Slowen_innen ist eine Geschichte von Unterdrückung, Verfolgung, Deportation, Enteignung und des schrittweisen Verbots der slowenischen Sprache im gesamten öffentlichen Leben. Erst vor diesem Hintergrund werden die Widerstandstätigkeiten der slowenischsprachigen bzw. zweisprachigen Bevölkerung und der Kärntner Partisan_innen in vollem Umfang verständlich. Denn es waren die Widerstandskämpfer_innen, die – vor allem in Kärnten/Koroška – einen wesentlichen Beitrag zur Kapitulation des faschistischen Regimes leisteten.

Anstatt dem antifaschistischen Kampf Platz in der Öffentlichkeit zu geben, werden in Kärnten/Koroška Naziverbrechen verharmlost. Denkmäler für die Opfer der Partisan_innen sollen, in den Köpfen der Bevölkerung das Bild verfestigen, dass „heimattreue“ Soldaten gegen die „rote“ Gefahr aus dem Süden gekämpft hätten. Kärntens hegemoniale revisionistische Politik verletzt damit einen Artikel des österreichischen Staatsvertrages. Konkret handelt es sich um den Artikel 19, wonach Österreich verpflichtet ist, alle Gräber, Embleme und Denkmäler zu achten, schützen und zu erhalten, die dem Ruhm jener gewidmet sind, die auf österreichischem Staatsgebiet gegen Hitler-Deutschland gekämpft hatten. Somit ist das Recht auf Erinnerung vor und mit Partisan_innendenkmälern auch verfassungsrechtlich garantiertes und geltendes österreichisches Recht.

Die Einmaligkeit und das Ausmaß der NS-Verbrechen sowie ihre Fundierung im mörderischen Antisemitismus und Rassismus des Nationalsozialismus macht den großen Unterschied aus, der den antifaschistischen Kampf als Ganzes zu einem politisch richtigen und ethisch gerechtfertigten Kampf macht. Nur vor diesem Hintergrund lassen sich Übergriffe, Willkürakte und Grausamkeiten diskutieren, ohne das Geschäft der rechten Revisionist_innen zu betreiben. Sonst wird die angebliche „Aufarbeitung“ nur allzu schnell zur Geschichtsfälschung, die im schlimmsten Fall eine Aufrechnung nationalsozialistischer Verbrechen mit jenen „der anderen“ vornimmt, die Opfer des Nationalsozialismus ganz verschweigt oder – und das ist noch die „harmlosere“ Variante – verschiedene Verbrechen unter Ausblendung der ideologischen Grundlagen bezuglos nebeneinander stellt. In jedem Fall wird so „vergessen“ gemacht, dass einzig und allein der Nationalsozialismus und seine bereitwillige Unterstützung durch die deutsche und österreichische Bevölkerung die Ursache für alle Ereignisse der Nachkriegszeit waren.

Gerade Tom Sunic steht für diese geschichtsrevisionistische Täter-Opfer-Umkehr, deshalb wurde dieses provokante Transparent mitgeführt.

Ein weiterer Grund war, dass die rechtsextreme Ulrichsberggemeinschaft die Identitären in Schutz nahm und dabei sogar unkommentiert in den Medien über vermeintliche „Linksextreme“ hetzen könnte. Die Ulrichsberggemeinschaft organisierte über Jahrzehnte hinweg eines der größten europaweiten Treffen von Wehrmachts- und SS-Soldaten, bis antifaschistische Proteste diesem braunen Treiben ein Ende setzten. Zu den Gästen des Treffens zählten Vertreter der Waffen-SS-Kameradschaft IV und deren europäischer Kollaborationsverbände, Alt- und Neonazis, sowie Heinrich Himmlers Tochter Gudrun Burwitz. Die Leugnung und auch Verherrlichung von NS-Verbrechen, Täter-Opfer-Umkehr und die Glorifizierung von nationalsozialistischen Einheiten und Organisationen waren an der Tagesordnung.“

Ustavimo Identitarno Gibanje!

20. februarja vabi neofašistična skupina Generacija Identitete („Identitäre“) na shod na Novem Trgu/Neuer Platz v Celovcu, da bi demonstrirali proti „azilni blodnji“ in Avstrijski vladi.

Svoj izvor ima Generacija Identitete v Franciji, kjer je nastala po prepovedi Unité Radicale v letu 2002 skupina Jeunesses Identitaires, iz katere se je razvil Bloc Identitaire eno leto pozneje pod vodstvom Fabrice Robert-a, prejšnjega kadra Front National.
V Avstriji je bila Generacija Identitete (Identitäre Bewegung Österreich – IBÖ) ustanovljena leta 2012, ko je država zvišala represijo nas neonacistično sceno. Prejšne aktivnosti nekaj svojih kadrov v neonacističnem miljeju Avstrijska Generacija Identitete sploh ne zanika, to preteklost pač zgpolj iznačujejo kot „zmotno pot“.
Razen tega veliko članov izhaja iz nemško-nacijonalnih študentskih zvez, kar tudi razloži njihov, tem zvezam podoben karakter.

Drugače kot „klasični“ skrajni desničarji se Generacija Identitete ne samo distacira od (neo-) nacizma, temveč poleg tega sploh do pripadnosti do politične desnice. Ne samo to – uporabljajo tudi simbole pop kulture in politične levice, s ciljem da dosežejo več ljudi.
Svoj rasizem pa pri tem poskušajo zakrivati s »pozitivnimi« pojmi, kot je »vzdrževanje kulturne identitete«, pri čemer se poslužujejo pojmov kot »povezanostjo z domovino« in »identitete«.
Kljub temu priča koncept nadrejanja naroda nad posameznika skrajno desno stališče Generacije Identitete. Tabuiziran pojm »rase« pri tem nadomesti »kulturo«, pomen pa je isti.

Evropo vidijo ogroženo, manj od muslimanov in drugih priseljencev samih, mar več od liberalizma in multikulturalizma. V javnosti pa uporabljajo prispodobo zadnje generacije, ki lahko prepreči potop »dekadentnega zahodnega sveta« in pri tem zagovarjajo tudi militantno držo.

Ne gre se samo za to, da bi preprečili shod skrajno desne oz. neofašistične organizacije, temveč za to, da bi opozorili na to, da rasizem, ki se kaže v ideologiji Generacije Identitete, Pegide itd. nikakor ni marginalna pojava ,temveč da ima svoj izvor v tako imenovani »sredini družbe«.
Prehod konzervatizma v skrajno desničarstvo je tekoč, avstrijska družba se še vedno močno identificira s koncepti kot so to „narod“, „nacija“ in „domovina“. Iz tega izvira tudi pripravljenost do zaščite »svojega naroda« pred imaginarno grožnjo, ki jo predstavljajo drugi, iz te skupnosti izključeni ljudje, torej »tujci«. Nekatere zapelje ta »skrb«, za katero ima veliko ljudi razumevanje, na rasistični shod ali celo do napada na nastanitve beguncev, kot smo jih videli nekaj v zadnjih mesecih.

Prav zaradi tega je antirasizem za nas tudi antinacionalen, saj se skrajno desne skupnosti poslužujejo rasizma, ki je temelnj del nacionalističnega mišlenja. Če hoče Generacija Identitete končati »masovno imigracijo«, pozivamo do odprave naroda, nacije ter družbe, ki omogoča rasizem.
Važno je, da preprečimo shod Generacije Identitete in da naredimo vse, da preprečimo pogrom v bodočnosti.
https://www.facebook.com/events/1646165022315426/

Stop the fascist „Identitäre“

On february 20th the Identitarian Movement wants to hold a rally at Neuer Platz in Klagenfurt/Celovec against the so called “asylum madness” to spread their racist hate speech and horror scenarios about the end of civilisation.

This right-wing movement originated in France, where, after the ban of the neo nazi group Unité radicale, the Jeunesses identitaires was founded in 2002. A year later, the Bloc Identitaire emerged from this group, led by former Front National cadre Fabrice Robert.

Following the increasing repression on the neo nazi scene (eg. the ban of the nazi website Alpen-Donau-Info and the trial against its makers), the Identitarian Movement established itself in Austria in 2012. The roots of many cadres in the neo nazi scene isn‘t even denied, but labelled a ‚personal mistake‘. Many Identitarians come from the pangermanic nationalist male students‘ associations, which helps explain the similarities between the movement and those groups.

While the far right has been distancing itself (more or less credibly) from National Socialism for quite a while, the Identitarians deny the affiliation with the right-wing scene altogether in order to widen their potential. They use symbols from popular culture (eg the movie ‚300′) and copied from the left in order to present themselves as a completely new movement. On top of that, they try to hide their racism behind seemingly positive terms such as the preservation of “cultural identity”. By talking about the “islamisation of Europe”, the cultural bonds to one’s roots and a ethnical sense of “identity”, which is disguised as a cultural one, they follow the concept of ethnopluralism.

We can identify the Identitarians as openly far-right by their superordination of the “people” (in an ethnical defintion) as an “organic community” above the indidual. The term of culture replaces the tabooized word “race” – but what they mean is just the same racist claim of superiority. The so called natural society of homogenic racial (“cultural”) descent is seen as threatened by decay. The Identitarians see this threat as coming less from foreign individuals such as muslims, but more from the destructive forces of liberalism and multiculturalism. By “culture”, a group of people is said to have an organic character, from which all acts of this group supposedly originate as an expression of this culture – free of any internal contradictions.

With the culturalisation comes the naturalisation and eternalisation of social behaviour – but what hides behind the acts of “us” and “them” is nothing but the capitalist function of said groups. Social conflicts are being labelled as cultural ones. Following the identitarian logic, the difference between people doesn‘t come from their social situation, but their cultural background. The excessive use of war and fighting metaphers and the proclamation of themselves as the last generation able to stop the downfall of the decadent West speaks for a generally militant stance.

This is not just about criticising and pointing out rallies of obviously far right or neo-fascist groups such as the Identitarian movement and doing our best to stop them, but we also have to state that the racism coming from ideologies such as the ones of Identitarians, PdV, Pegida and the likes of them and which is evident there in its full horror isn‘t just a phenomenon of an isolated minority on the edge of our society. What it is scandalized when it comes from obviously far right groups has its origins in the middle and the majority of this society. The lines between conservatism and the far right are blurred. Still, the identification with ethnicity, nation, fatherland and its borders has a high priority in the values of the Austrian population. When someone identifies with a border, it goes without saying that he/she is inclined to protect the content of said borders against everything from the outside. If a country like Austria is suddenly confronted with a number of people who, by their standards, aren‘t part of the Austrian collective and still claim their right to live within its borders, it’s a sad consequence of nationalism that the wish to protect the safe homeland against “the foreigners” is on the rise. With some people, this results in so called “worries and fears”, with others in arson attacks against asylum shelters, violent attacks on refugees or, such as on February 20th in a far right rally that has the goal of increasing the seemingly harmless worry and fear within the population.
Ideologies of inequality and the mechanisms of segregation and discrimination they create are determinded by the capitalist society we all have to live in and which makes a coexistence without fear impossible by its structure based on violence.
That’s exactly why we see a consequent anti-racism as anti-national. Far right movements use racism which is a key element of nationalist thinking. If Identitarians call for a stop of “mass imigration”, we oppose by defying all categories of ethnicity, nation and the society which makes all of this possible.

Let us attack movements such as the Identitarians wherever they show up, stop their rallies, confront them with loud criticism and do anything necessary to stop the racist mob of today committing the pogromes of tomorrow!
https://www.facebook.com/events/1646165022315426/

Gewaltbereite Rechtsextreme wollen in Klagenfurt/Celovec aufmarschieren!

Am 20.02.16 wollen die rechtsextremen Schläger der „Identitären Bewegung“ in Klagenfurt/Celovec am Neuen Platz gegen den „Asylwahnsinn“ und gegen die Regierung demonstrieren, um ihre rassistische Hetze und imaginäre Untergangsszenarien zu verbreiten.

„In letzter Zeit sind die „Identitären“ vor allem durch Angriffe auf antirassistische Aktivist_innen ins mediale Rampenlicht gerückt. Letztes Monat wurden in Graz beispielsweise vier Studierende nach einer antirassistischen Kundgebung von führenden Mitgliedern der „Identitären“ überfallen und mit Gürtel und Teleskopschlagstock -einem sogenannten Totschläger – attackiert. Andersdenkende und alle Menschen, welche nicht in das völkisch-rassistische und heteronormative Weltbild passen werden genötigt, bedroht und angegriffen.“, so Katarina Z., die Pressesprecherin der Autonomen Antifa Kärnten/Koroška.

Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) warnt: „Bei den Identitären lassen sich darüber hinaus zahlreiche Anhaltspunkte finden, die für eine militante Grundhaltung sprechen. Mit der […] exzessiven Verwendung von Kriegs- und Kampfmetaphern und der Selbstdarstellung als der letzten Generation, die den Untergang des dekadenten Abendlandes aufhalten könne, weisen die Identitären über den klassischen Rechtsextremismus hinaus.“

Als Redner haben sich die „Identitären“ den Geschichtsrevisionisten und Rassentheoretiker Tomislav Sunić ausgesucht. Dieser tritt sonst gerne bei der neonazistischen NPD oder beim Naziaufmarsch in Dresden als Redner auf. „Bei solchen Rednern wird gar kein großer Hehl daraus gemacht wes Geistes Kind man ist. Andere Städte, wie zum Beispiel die Uni Siegen, haben diesen bekannten Rechtsextremen ein Auftrittsverbot erteilt. Es ist unfassbar das solch eine Kundgebung mit offen rassistischen Inhalten in Klagenfurt überhaupt über die Bühne gehen darf!“ so Katarina Z. aufgebracht.

Während Rechtsextreme auf der Straße hetzen, verschärft die Regierung das Asylrecht und plant die tödliche Festung Europa auszubauen. Dieses „Ping Pong des Grauens“ zwischen Rechtsextremen und der Regierung muss ein Ende haben. Wir fordern Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für alle, legale Fluchtwege und eine Abschaffung des nationalstaatlichen Grenzregimes. Wer in zynischer Weise über die Beseitigung der Fluchtursachen debattiert vergisst, dass dies ohne die Abschaffung des Kapitalismus nicht möglich ist.

Katarina Z. weiter: „Für uns, als Autonome Antifa Kärnten/Koroška gilt es, menschenverachtende Bewegungen wie die Identitären auf allen Ebenen anzugreifen, ihre Kundgebungen zu verhindern, nicht ohne laute Kritik von statten gehen zu lassen und alles zu tun, um den rassistischen Mob von heute von den Pogromen von morgen abzuhalten.“

RASSISMUS TÖTET! Progrome verhindern, bevor sie stattfinden!

Am 20.02.16 wollen die Identitären in Klagenfurt/Celovec am Neuen Platz gegen den „Asylwahnsinn“ und gegen die Regierung demonstrieren, um ihre rassistische Hetze und imaginäre Untergangsszenarien zu verbreiten.

Der Ursprung der Identitären Bewegung liegt in Frankreich, wo sich nach dem Verbot der neonazistischen Unité radicale 2002 die Gruppe Jeunesses identitaires gründete. Daraus ging ein Jahr später der Bloc identitaire unter dem ehemaligen Front National-Kader Fabrice Robert hervor.
Durch den sich verstärkenden Repressionsdruck auf die Neonaziszene (z. B. Alpen-Donau-Info) im Jahre 2012, etablierten sich die Identitären in Österreich. Die Herkunft mancher IBÖ-Kader (Identitäre Bewegung Österreich) aus dem organisierten Neonazismus wird dabei gar nicht geleugnet, sondern vielmehr als „Irrweg“ abgetan. Daneben kommen viele Identitäre aus deutsch-völkischen Studentenverbindungen, was ihren ausgeprägt männerbündischen Charakter erklären hilft.
Während Rechtsextreme sich seit jeher (mehr oder weniger glaubwürdig) vom (Neo-) Nationalsozialismus distanzieren, bestreiten die Identitären auch die Zugehörigkeit zur rechten Szene, um sich so weitere Kreise erschließen zu können. Sie verwenden eine, vor allem aus der Popkultur (beispielsweise der Film „300“) und von Linken entwendete Symbolik, um sich als ganz neue Bewegung zu inszenieren. Darüber hinaus versuchen sie, ihren Rassismus hinter positiver klingenden Formulierungen wie der Erhaltung „kultureller Identität“ zu verstecken. Mit der Rede von der „Islamisierung Europas“, von Heimatverbundenheit und einem völkisch besetzten Begriff der “Identität“, der aber kulturalistisch umschrieben wird, wird das Konzept des Ethnopluralismus bedient.
Als offen rechtsextrem identifizierbar sind die Identitären aufgrund ihrer Überordnung des „Volkes“ als „organische Gemeinschaft“ über das an Rechten gleiche Individuum. Der Begriff der Kultur tritt anstelle des tabuisierten Wortes „Rasse“ – gemeint ist damit aber der gleiche rassistische Herrschaftsanspruch. Diese natürliche Abstammungsgemeinschaft wird als „vom Zerfall“ bedroht gesehen: Die Identitären sehen die Bedrohung weniger unmittelbar von den Muslimen und Muslimas selbst ausgehen, sondern vielmehr von der Herrschaft des alles zersetzenden Liberalismus und Multikulturalismus. Mit „Kultur“ wird einer Masse von Menschen ein individueller Charakter zugeschrieben, auf den alle Handlungen dieser Gruppe als Ausdruck eines bestimmenden, widerspruchsfreien Wesens reduzierbar sein sollen. In der mit der Kulturalisierung einhergehenden Naturalisierung und Verewigung sozialen Verhaltens – dem „wir-“ oder „die sind halt so“ – liegt jedoch gerade ihre kapitalistische Funktion. Soziale Konflikte werden in kulturelle umgedeutet. Die Andersartigkeit von Menschen folgt nach dieser Logik dann nicht mehr aus deren sozialer Situation, sondern aus ihrem kulturellen Hintergrund. Die exzessiven Verwendung von Kriegs- und Kampfmetaphern und der Selbstdarstellung als die letzte Generation, die den Untergang des dekadenten Abendlandes noch aufhalten könne, sprechen für eine militante („wehrhafte“) Grundhaltung.

Es geht uns jedoch nicht nur darum, Aufmärsche von offensichtlich rechtsextremen bzw. neofaschistischen Organisationen wie die der Identitären Bewegung aufzuzeigen, zu kritisieren und unser Bestes zu tun, um diese zu verhindern, sondern auch darum darauf hinzuweisen, dass der Rassismus, wie er sich in Form der Ideologien von Identitäre, PdV, Pegida und co. in seiner vollen Abscheulichkeit zeigt, keineswegs ein gesellschaftliches Randphänomen darstellt.
Was in Zusammenhang mit offen rechten Gruppierungen schnell und zurecht skandalisiert wird, hat seinen Ursprung in der vermeintlich „politisch korrekten“ Mitte der Gesellschaft.
Der Übergang von Konservativismus zu Rechtsextremismus ist fließend, und somit ein charakteristisches Merkmal der Gesellschaft, in der wir leben. Noch immer haben die Identifikation mit Volk, Nation, dem Vaterland und seinen Grenzen einen hohen Stellenwert in den Wertesystemen der österreichischen Bevölkerung. Wo ein Mensch sich selbst mit einer Grenze identifiziert, gehört es für ihn zum Selbstverständnis das zu schützen, was begrenzt wird, und zwar vor dem, was dadurch ausgegrenzt wird. Wenn eine Volksgemeinschaft wie die österreichische plötzlich mit hohen Zahlen an Menschen konfrontiert wird, die zwar von ihrem Grundverständnis her nicht zu ihrer klar definierten Gemeinschaft gehört und trotzdem auf ihr Recht besteht, ihr Leben innerhalb der Grenzen, die sich diese Gemeinschaft gesetzt hat, zu führen, ist es traurige Konsequenz des nationalen Denkens, dass sich der Wunsch, die sichere Heimat vor ,,dem Fremden“ zu schützen, in der Bevölkerung anwächst. Bei einigen äußert sich dies in Form der ,,Sorgen und Ängste“, für welche die viele ein gewisses Verständnis haben – bei anderen in Form von Anschlägen auf Asylheime, gewalttätigen Übergriffen auf Geflüchtete oder, wie hier heute, als offen rechte Kundgebung, die das verschärfen der vermeintlich harmlosen ,,Sorgen und Ängste“ der Zivilgesellschaft zum Ziel hat.
Ungleichheitsideologien und die durch sie bedingten Ausgrenzungs- und Diskriminierungsmechanismen sind bedingt durch die kapitalistisch organisierte Gesellschaft, in der wir alle leben müssen und die durch ihre erdrückenden Gewaltverhältnisse ein Angstfreies miteinander unmöglich macht.

Genau deswegen begreifen wir einen konsequenten Antirassismus als antinational. Rechtsextreme Bewegungen bedienen sich des Rassismus, der einen wichtigen Bestandteil des nationalen Denkens ausmacht. Wenn die Identitäre dazu aufrufen, die ,,Masseneinwanderung zu beenden“, äußern wir unsere Unpersönlichkeit durch die Ablehnung von Volk, Nation und der Gesellschaft, welche dies alles möglich macht!
Es gilt, Bewegungen wie die Identitäre auf allen Ebenen anzugreifen, ihre Kundgebungen zu verhindern, nicht ohne laute Kritik von statten gehen zu lassen und alles zu tun, um den rassistischen Mob von heute von den Pogromen von morgen abzuhalten.

https://www.facebook.com/events/1646165022315426/

zum Weiterlesen:
http://antifaw.blogsport.de/2014/04/27/180/
http://www.doew.at/…/rechtsextreme-demonstrieren-in-wien-id…

Antinationalem Block bei der „Gemeinsam für ein menschliches Europa! Antirassistische Demonstration“ am 30.01.2016 in Villach/Beljak auf!

jh

Wir – die Autonome Antifa Koroška – rufen zu einem Antinationalem Block bei der „Gemeinsam für ein menschliches Europa! Antirassistische Demonstration“ am 30.01.2016 in Villach/Beljak auf!

Rechtsextreme und neofaschistische Organisationen und Bewegungen wie die Identitäre Bewegung, Pegida oder auch PdV (Partei des Volkes), werden meist als Randphänomene der Gesellschaft betrachtet und als solche charakterisiert. Rechtsextremismus ist nur der reaktionäre Eisberg unserer Gesellschaft, denn Ungleichheitsideologien fallen nicht einfach vom Himmel. Der Übergang von Konservativismus zu Rechtsextremismus ist fließend und somit auch ein charakteristisches Merkmal der Gesellschaft, in der wir leben. Diese Gesellschaft orientiert sich an nationalstaatlichen Institutionen und Grenzen. Genau deswegen begreifen wir einen konsequenten Antirassismus als antinational.
Das DÖW (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands) veröffentlichte auf ihrer Seite eine kurze Analyse zur vergangenen PdV – Demonstration in Graz, in der ein führender Aktivist 2014 ein Posting veröffentlichte, in welchem „(…) der Unmut gegen die Regierung folgendermaßen geäußert(…)“1 wird: „Graz ist die Stadt der Volkserhebung!! Dann machen wir’s endlich wieder!! Gegen diese Regierung!!“, auch hier zeigt sich die Nähe der PdV zu nationalsozialistischem Gedankengut, denn im Juli 1938 „bekam Graz als ehemalige Hochburg der „Illegalen“ den Titel „Stadt der Volkserhebung“ verliehen.“2

All diese rechtsextremen Bewegungen bedienen sich an Rassismus, welcher einen wichtigen Bestandteil des nationalen Denkens ausmacht. Sie haben damit einen großen Zuspruch in der österreichischen Mehrheitsgesellschaft. Rassist_innen jeglicher Couleur werden plötzlich zu Feminist_innen, wie es uns das Beispiel Köln zeigt, wenn es darum geht, ihre rassistische Propaganda zu verbreiten. Doch Rape Culture wurde nicht nach Europa importiert, sondern ist Bestandteil der patriarchalen Gesellschaft, in der wir leben und die es gilt anzugreifen. 3

Feminismus beleibt antirassistisch und Antirassismus bleibt antinational!
Für eine Gesellschaft, in der wir ohne Angst verschieden sein können.
Für den Kommunismus.

1 http://www.doew.at/…/se…/rechtsextreme-demonstration-in-graz (25.01.2016)
2 ebd. (25.01.2016)
3 Siehe: https://www.vice.com/de/read/die-rape-culture-wurde-nicht-nach-deutschland-importiert-sie-war-schon-immer-da-aufschrei-118

Weil Zeichen setzten nicht genügt – Pegida Aufmarsch in Gradec/Graz Blockieren!

pegida

Am 29.03. marschiert die rechtsextreme Gruppierung Pegida erstmals durch Gradec/Graz.
Nachdem die Pegida-,,Spaziergänge“ in Wien und Linz erfolgreich blockiert werden konnten, solidarisieren wir uns auch diesmal mit den antifaschistischen Kräften die gegen den Aufmarsch in Gradec/Graz mobil machen und aktiv seien werden und rufen selbst dazu auf, den Aufmarsch unmöglich zu machen!

Trotzdem werden wir am 29.03. die „Offensive Gegen Rechts (OGR) Steiermark“ nicht bei ihren Protestaktionen unterstützen.
Wir kritisieren sowohl die in ihrem Mobi-Text angewandte Rassismusdefinition als auch den von ihnen angestrebten Aktionskonsens für die Demonstration:

1) Im OGR-Mobi-Text („Graz ist bunt- nicht Braun! Kein Meter für Pegida!“) heißt es, Pegida würde sich und ihre Ideologie als ,,gesellschaftliche Mitte darstellen“, also auch, dass ihre Ideologie in eben dieser ,,Mitte“ ansonsten nicht in dieser Form vertreten sei. Damit macht die OGR von einer regressiven Rassismus- und Extremismusdefinition gebrauch. Die Gesellschaft wird als ein hufeisenförmiges Gebilde begriffen, mit einer ,,politisch korrekten, bürgerlich-demokratischen“ Mitte sowie objektiv gleichwertigen ,,politischen extremen“ Rändern, deren Gleichwertigkeit dadurch begründet ist, dass sie beide ein Verändern der Gesellschaft und somit ein metaphorisches aus-dem-Gleichgewicht-bringen des Hufeisens anstreben.
Rassismus wird als ein Phänomen der extremen Rechten dargestellt. Tatsächlich sind Rassismus und andere Diskriminierungs- und Ausschlussmechanismen keine spezifisch rechten sondern sind vor allem auch in der vermeintlichen ,,politisch korrekten“ Mitte sowie sogar innerhalb der Linken (z.B. in Form von linkem Antisemitismus) etabliert. Der staatliche und alltägliche Rassismus in Gesellschaft, Politik und Medien wird komplett ignoriert.
Rassismus ist nicht allein ein „Nazi-Problem“ an einem fiktiven „Rand der Gesellschaft“. Er ist mehr als eine gewisse Disposition in puncto Verhaltensweise, Denkschema oder konkreter Handlungen Einzelner oder bestimmter sozialer Gruppen. Als eine über die Jahrhunderte etablierte Kultur der Dominanz weißer und meist völkisch definierter Österreicher konstituiert er Gesellschaft auf struktureller Ebene, wie auch die sozialen Beziehungen und Denkweisen ihrer Mitglieder.
Das Rassismus Teil der des politischen Konsens der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Mitte ist, zeigt sich z.B. an rassistischer Asylpolitik: die militarisierte Migrationspolitik der Europäischen Union, Frontex und die tausenden auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer Ertrunkenen. Wir verstehen Rassismus auch als ein durch die Verhältnisse der kapitalistischen Gesellschaft bedingtes Phänomen. Somit zählt die Mitte dieser Gesellschaft, die diese als Idealzustand zu bewahren sucht, Rassismus zwangsläufig zu ihren elementaren Aspekten. Ideologien der Ungleichwertigkeit sind einer Gesellschaft, die auf Ausbeutung und Konkurrenz, Profit- und Verwertungslogik gründet, immanent. Staat, Nation und ihre Grenzen bedingen zwangsläufig Ausschluss und die Genese des modernen Rassismus fällt nicht zufällig mit der Herausbildung kapitalistischer Wirtschaftsweise und kolonialer Herrschaft zusammen.
Natürlich ist Rassismus auch Bestandteil der Ideologien der extremen Rechten, deren Bestreben nicht die Grundlegenden Überwindung der kapitalistischen Verhältnisse und Konstellationen sind, sondern eben die Umformung und Verschärfung dieser.
Deswegen lehnen wir es auch kategorisch ab, die extreme Rechte und die radikale Linke als gleichwertig darzustellen. Dies ist auch der Grund, aus dem wir auch den Terminus ,,Linksextremismus“ kritisieren. Keineswegs kann es nur darum gehen, das Leben in den hiesigen Verhältnissen ein bisschen weniger menschenverachtend und ein bisschen weniger ausgrenzend zu gestalten. Eine progressive Linke muss radikal sein, also in der Lage sein, die Wurzeln der zu überwindenden Verhältnisse zu erkennen und zu dekonstruieren.

Das führt uns zum nächsten Punkt, den wir am Mobi-Text der OGR zu kritisieren haben:

2) Ist der Slogan ,,Kein Meter für Pegida!“ passend zu einer Demo-Taktik, deren Ziel nicht die ausdrückliche Unmöglichmachung des Marsches an sich ist?
Aus dem Mobi-Text geht hervor, dass das Ziel der OGR-Proteste primär ein symbolpolitisches ist. Mit ,,bunten und lauten Protesten“ soll öffentlich auf den Pegida-Marsch aufmerksam gemacht und Kritik an diesem geübt werden.

Grundsätzlich gut, aber bei weitem nicht genug:
Bisherige Pegida-Aufmärsche, wie beispielsweise am 02.03 in Wien, wurden von autonomen Antifaschist_innen verhindert, die sich in Ketten den Aufmarsch in den Weg stellten. Rechtsextremen Gruppen wie den Identitären, Burschenschaften oder eben Pegida, darf weder auf der Straße noch sonstwo Platz gelassen werden!

Deshalb wollen wir kein friedliches Zeichen gegen Pegida setzen, wir wollen ihren Aufmarsch mit direkten Aktionen und militanten Blockaden verhindern!

Bekämpfen wir gemeinsam Rassismus in Gesellschaft, Politik und Institutionen!
Blockieren statt nur demonstrieren!
Damit Pegida wirklich keinen Meter macht!

NOWKR: Völkische Verbindungen – Beiträge zum deutschnationalen Korporationsunwesen in Österreich

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60 Mal fand jährlich Ende Jänner/Anfang Februar der inzwischen auch über die Grenzen Österreichs bekannte Burschenschafter-Ball als Ball des Wiener Korporationsrings (WKR), einem Dachverband deutschnationaler, national-liberaler und extrem rechter wiener Burschenschaften, Corps und Landsmannschaften statt, seit 1987 sogar in den Festsälen der Hofburg, einem dem repräsentativsten Gebäuden Österreichs.
Die Bedeutung dieses Balls ergab sich jedoch nicht nur dadurch, dass deutschnationale Burschenschaften in Österreich wahrlich kein marginalisiertes gesellschaftliches Randphänomen darstellen, sondern vielmehr ein Verbindungsglied zwischen dem parteiförmigen Rechtsextremismus im Parlament in Form der FPÖ (Freiheitliche Partei Österreich) und des organisierten Neonazismus darstellen. Hinzu kam die über einige Jahre andauernde große Präsenz internationaler Größen des Rechtsextremismus, die deutlich machte, dass die Hofburg zu diesem Anlass auch als Vernetzungsort der europäischen Rechten fungierte. So nahmen in den vergangenen Jahren VertreterInnen von Parteien wie dem Vlaams Belang, Front National, Schweizer Volkspartei oder Pro Köln und Pro NRW an dem Ball teil. Zudem galt der Ball als größtes couleurstudentisches Event im deutschsprachigen Raum, das sich laut Eigenangaben mit 2000-3000 BesucherInnen jährlich rühmte.
Trotz bzw. wegen der andauernden Kritik am Ball und seiner Gäste übernahm die Wiener Landesgruppe der FPÖ die Organisation des Balls 2013 und das Event wurde in „Wiener Akademiker-Ball“ umbenannt.

Nach Demonstrationsverboten, nach Platzverweisen und Sperrzonen und nachdem die Proteste 2011 im Rahmen des gegen Massenproteste gerichteten EU-Forschungsprogramms „Godiac“ („Good practice for dialogue and communication as strategic principles for policing political manifestations in Europe”) beobachtet wurden, hätte man eigentlich glauben können, dass die Repression der Polizei nicht mehr zu toppen wäre. Dennoch hat sie 2014 neue Formen angenommen: die gesamte Wiener Innenstadt wurde zur Sperrzone erklärt und in neun Bezirken der Stadt mitten im Winter das Tragen von Hauben und Schals mittels eines Vermummungsverbots untersagt. Ein halbes Jahr saß zudem Josef S. aus Jena in Untersuchungshaft. Ihm wurde auf Basis einer spärlichen Beweislage unter anderem Landfriedensbruch und Rädelsführerschaft im Zuge von Sachbeschädigungen während der Proteste gegen den „Akademikerball“ vorgeworfen. Die Vermutung, dass durch die österreichische Justiz hier ein Exempel gegen das medial und politisch konstruierte Feindbild der (deutschen) „linksextremen Berufsradalierer“ statuiert werden sollte, wurde auch im darauf folgenden Prozess bestätigt.

Im Rahmen einer Präsentation der Neuauflage der Broschüre „Völkische Verbindungen – Beiträge zum deutschnationalen Korporationsunwesen in Österreich“ soll der gesellschaftliche Einfluss von Burschenschaften in Österreich, ihre Geschichte, Brauchtum und psychosoziales Profil nachgezeichnet und die Notwendigkeit, gegen die elitären Männerbünde vorzugehen, aufgezeigt werden. Zudem wird im Vortrag über die bisherigen sowie die geplanten Proteste gegen den „Akademiker-Ball“ 2015 informiert.

Samstag, 27. Dezember, um 17:00 Uhr
Volxhaus (Südbahngürtel 24, 9020 Klagenfurt/Celovec)

Workshopwochenende: Kapitalismuskritik und Ich

„Du blickst in die Herde und wartest auf das Ende der Beschwerde und denkst Dir: Gesellschaft ist toll, wenn nur all die Leute nicht wären!” (Peter Licht)

Der Mensch ist von Grund auf ein gesellschaftliches Wesen. Wir alle leben in einer hoch komplexen Organisationsform, die unsere Arbeit, unseren Alltag, unsere Sprache und sogar unser Empfinden beeinflusst. Damit verbunden treten immer wieder Probleme und Missstände in den Vordergrund.
Das Workshopwochenende bietet dir die Möglichkeit, dir über die Gesellschaft, in der wir leben und deine Position darin, Gedanken zu machen. Es sollen dabei Fragen zur Sprache kommen, die sich in diesem Zusammenhang stellen und wir werden versuchen gemeinsam Antworten darauf zu finden. Fragen wie: Was ist dieser Kapitalismus und warum gibt es ständig Ärger mit ihm? Ferner: was hat das Ganze denn mit mir zu tun? Ist die Gesellschaft „da draußen“, ist sie „zweite Natur“ ? Oder machen allgemeine Konkurrenz und Verwertbarkeitsorientierung auch vor meinem Privatleben nicht halt? Haben sie Einfluss darauf wie ich die Beziehungen zu meinen Mitmenschen gestalte? Neben diesen grundlegenden Fragen wollen wir uns außerdem auch mit unseren Handlungsmöglichkeiten und möglichen Alternativen zum Bestehenden beschäftigen.

Während dieses Wochenendes soll vor allem der gemeinsame Gruppenprozess im Vordergrund stehen. Das bedeutet, dass die Gruppenmitglieder den Ablauf des Wochenendes entscheidend mitbestimmen können. Die gemeinsamen Abende in entspannter Atmosphäre sind selbstverständlich Bestandteil des Ganzen! Die Fahrt- und Verpflegungskosten werden vollständig übernommen. Wir freuen uns auf euer Kommen!

Wo? Selbstversorgerhaus und Jugendherberge Faak/See
Wann? 12.-14. Dezember
Anreise: Freitag, 15 Uhr von der Uni
Abreise: Sonntag, 15 Uhr

Anmeldung verbindlich und an oeh.gespol@aau.at , auch bei Fragen

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