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Weil Zeichen setzten nicht genügt – Pegida Aufmarsch in Gradec/Graz Blockieren!

pegida

Am 29.03. marschiert die rechtsextreme Gruppierung Pegida erstmals durch Gradec/Graz.
Nachdem die Pegida-,,Spaziergänge“ in Wien und Linz erfolgreich blockiert werden konnten, solidarisieren wir uns auch diesmal mit den antifaschistischen Kräften die gegen den Aufmarsch in Gradec/Graz mobil machen und aktiv seien werden und rufen selbst dazu auf, den Aufmarsch unmöglich zu machen!

Trotzdem werden wir am 29.03. die „Offensive Gegen Rechts (OGR) Steiermark“ nicht bei ihren Protestaktionen unterstützen.
Wir kritisieren sowohl die in ihrem Mobi-Text angewandte Rassismusdefinition als auch den von ihnen angestrebten Aktionskonsens für die Demonstration:

1) Im OGR-Mobi-Text („Graz ist bunt- nicht Braun! Kein Meter für Pegida!“) heißt es, Pegida würde sich und ihre Ideologie als ,,gesellschaftliche Mitte darstellen“, also auch, dass ihre Ideologie in eben dieser ,,Mitte“ ansonsten nicht in dieser Form vertreten sei. Damit macht die OGR von einer regressiven Rassismus- und Extremismusdefinition gebrauch. Die Gesellschaft wird als ein hufeisenförmiges Gebilde begriffen, mit einer ,,politisch korrekten, bürgerlich-demokratischen“ Mitte sowie objektiv gleichwertigen ,,politischen extremen“ Rändern, deren Gleichwertigkeit dadurch begründet ist, dass sie beide ein Verändern der Gesellschaft und somit ein metaphorisches aus-dem-Gleichgewicht-bringen des Hufeisens anstreben.
Rassismus wird als ein Phänomen der extremen Rechten dargestellt. Tatsächlich sind Rassismus und andere Diskriminierungs- und Ausschlussmechanismen keine spezifisch rechten sondern sind vor allem auch in der vermeintlichen ,,politisch korrekten“ Mitte sowie sogar innerhalb der Linken (z.B. in Form von linkem Antisemitismus) etabliert. Der staatliche und alltägliche Rassismus in Gesellschaft, Politik und Medien wird komplett ignoriert.
Rassismus ist nicht allein ein „Nazi-Problem“ an einem fiktiven „Rand der Gesellschaft“. Er ist mehr als eine gewisse Disposition in puncto Verhaltensweise, Denkschema oder konkreter Handlungen Einzelner oder bestimmter sozialer Gruppen. Als eine über die Jahrhunderte etablierte Kultur der Dominanz weißer und meist völkisch definierter Österreicher konstituiert er Gesellschaft auf struktureller Ebene, wie auch die sozialen Beziehungen und Denkweisen ihrer Mitglieder.
Das Rassismus Teil der des politischen Konsens der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Mitte ist, zeigt sich z.B. an rassistischer Asylpolitik: die militarisierte Migrationspolitik der Europäischen Union, Frontex und die tausenden auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer Ertrunkenen. Wir verstehen Rassismus auch als ein durch die Verhältnisse der kapitalistischen Gesellschaft bedingtes Phänomen. Somit zählt die Mitte dieser Gesellschaft, die diese als Idealzustand zu bewahren sucht, Rassismus zwangsläufig zu ihren elementaren Aspekten. Ideologien der Ungleichwertigkeit sind einer Gesellschaft, die auf Ausbeutung und Konkurrenz, Profit- und Verwertungslogik gründet, immanent. Staat, Nation und ihre Grenzen bedingen zwangsläufig Ausschluss und die Genese des modernen Rassismus fällt nicht zufällig mit der Herausbildung kapitalistischer Wirtschaftsweise und kolonialer Herrschaft zusammen.
Natürlich ist Rassismus auch Bestandteil der Ideologien der extremen Rechten, deren Bestreben nicht die Grundlegenden Überwindung der kapitalistischen Verhältnisse und Konstellationen sind, sondern eben die Umformung und Verschärfung dieser.
Deswegen lehnen wir es auch kategorisch ab, die extreme Rechte und die radikale Linke als gleichwertig darzustellen. Dies ist auch der Grund, aus dem wir auch den Terminus ,,Linksextremismus“ kritisieren. Keineswegs kann es nur darum gehen, das Leben in den hiesigen Verhältnissen ein bisschen weniger menschenverachtend und ein bisschen weniger ausgrenzend zu gestalten. Eine progressive Linke muss radikal sein, also in der Lage sein, die Wurzeln der zu überwindenden Verhältnisse zu erkennen und zu dekonstruieren.

Das führt uns zum nächsten Punkt, den wir am Mobi-Text der OGR zu kritisieren haben:

2) Ist der Slogan ,,Kein Meter für Pegida!“ passend zu einer Demo-Taktik, deren Ziel nicht die ausdrückliche Unmöglichmachung des Marsches an sich ist?
Aus dem Mobi-Text geht hervor, dass das Ziel der OGR-Proteste primär ein symbolpolitisches ist. Mit ,,bunten und lauten Protesten“ soll öffentlich auf den Pegida-Marsch aufmerksam gemacht und Kritik an diesem geübt werden.

Grundsätzlich gut, aber bei weitem nicht genug:
Bisherige Pegida-Aufmärsche, wie beispielsweise am 02.03 in Wien, wurden von autonomen Antifaschist_innen verhindert, die sich in Ketten den Aufmarsch in den Weg stellten. Rechtsextremen Gruppen wie den Identitären, Burschenschaften oder eben Pegida, darf weder auf der Straße noch sonstwo Platz gelassen werden!

Deshalb wollen wir kein friedliches Zeichen gegen Pegida setzen, wir wollen ihren Aufmarsch mit direkten Aktionen und militanten Blockaden verhindern!

Bekämpfen wir gemeinsam Rassismus in Gesellschaft, Politik und Institutionen!
Blockieren statt nur demonstrieren!
Damit Pegida wirklich keinen Meter macht!

Scheiß Drecksnest

drecksnest

„Projekt C14“ ist der Name für das neue Hilfsprojekt der Caritas Kärnten. „C14″ soll eine „Anlauf- und Notschlafstelle für anreisende Bettler_innen“ werden.

Die Caritas bemängelt, dass „Bettler_innen“ gesellschaftlich diskriminiert, verachtet und ausgegrenzt werden. „Wir sehen als Caritas Handlungsbedarf und haben für diese Menschen eine Anlaufstelle geschaffen, denn solange es Elend und Not in Osteuropa gibt, werden Menschen alles versuchen, um ihre Situation zu verbessern“, stand in einer Aussendung.

Bürgermeister Christian Scheider (FPÖ) ist gegen das neue Projekt und sieht es als „Einladung an alle internationalen Organisationen, sich in Klagenfurt anzusiedeln.“ Und auch die Polizei ist von dem Caritas-Projekt nicht begeistert. Stadtpolizeikommandant Eugen Schluga: „Wir sehen das gleich wie der Bürgermeister. Wir wollen nicht einen Magneten darstellen, wo jeder weiß, da gehen wir hin, da geht’s uns gut, da werden wir versorgt. Wenn nur die paar, die jetzt bei uns sind, zur Caritas gehen würden, dann wären wir hoch weiß und hätten eine Freude. Aber das spielt es nicht. Die sind besser vernetzt, als wir glauben. Die haben jeder fünf bis sechs Handys eingesteckt und telefonieren bis nach Rumänien oder sonst wo hin. Und unsere Befürchtung ist, dass wir dann hundert Bettler da haben.“

Rund 25 Anrainer verwandelten am Donnerstag die Eröffnung der „Bettlerherberge“ an der Klagenfurter Völkermarkter Straße in eine Protestversammlung. Fast jeder Satz von Caritas-Präsident Viktor Omelko wurde von Zwischenrufen oder bitterem Gelächter begleitet.

Dem rassistischen Volksmob entgegentreten!!!
Klagenfurt/Celovec ist und bleibt ein scheiß Drecksnest!!!

[NOWKR] Unseren Hass den könnt ihr haben! Aufruf zur antinationalen Demo gegen den Akademikerball 2014

nowkr

Zum zwei­ten Mal fin­det am 24. Jän­ner 2014 der Aka­de­mi­ker­ball der Wie­ner Bur­schen­schaf­ten in der Hof­burg statt. Die Ver­an­stal­tung ist das Nach­fol­ge­pro­jekt zum WKR-​Ball, der vor zwei Jah­ren auf­grund man­geln­der Ab­gren­zung zum Rechts­ex­tre­mis­mus von den Hof­burg-​Be­trei­ber­ge­sell­schaf­ten ab­ge­dreht wurde. Auch heuer wird der Ball­abend wie­der von der FPÖ Wien aus­ge­rich­tet, die schon letz­tes Jahr – unter dem Deck­man­tel ihres par­la­men­ta­ri­schen Schut­zes – für den me­di­al an­ge­kratz­ten Kor­po­ra­ti­ons­ring ein­sprang. Es scheint also, als würde sich der glei­che rechts­ex­tre­me Ball­abend wie jedes Jahr in der alten Kai­ser­re­si­denz an­kün­di­gen. Doch sind sehr wohl Krat­zer im kor­po­rier­ten Lager wahr­zu­neh­men.
Am au­gen­schein­lichs­ten ist wohl das ab­ge­stürz­te In­ter­es­se für den Ball im bur­schen­schaft­li­chen Mi­lieu. Waren nach Ei­gen­an­ga­ben des Dach­ver­ban­des in der Ver­gan­gen­heit bis zu 2.​000 Be­su­cher_in­nen zum stram­men Rechts­wal­zer ge­strömt, re­gis­trier­te die Po­li­zei am letz­ten Ball nur mehr rund 700 Gäste. Zu den Grün­den hier­für dürf­ten auch in­ter­ne Ver­stim­mun­gen zäh­len. So ist die An­mel­dung durch die FPÖ nicht auf un­ge­teil­te Be­geis­te­rung in Ver­bin­dungs­krei­sen ge­sto­ßen. Viel­mehr dürf­te die miss­lun­ge­ne Mo­bi­li­sie­rung zum um­be­nann­ten WKR-​Ball je­doch auf das mitt­ler­wei­le ram­po­nier­te Image des Balls und deren Be­su­cher_in­nen in­ner­halb und au­ßer­halb der Gren­zen Ös­ter­reichs zu­rück­zu­füh­ren sein. In den zu­rück­lie­gen­den Jah­ren wurde näm­lich – dank kon­ti­nu­ier­li­cher Kam­pa­gnen­ar­beit von An­ti­fa­schis­t_in­nen – in immer brei­te­rem Aus­maß deut­lich um was für ein Tref­fen es sich dabei han­delt.

Krise in Eu­ro­pa – Eu­ro­pa in der Krise
Der Aka­de­mi­ker­ball ist nicht nur das fest­li­che High­light der größ­ten deutsch­na­tio­na­len Ver­ei­ni­gung Ös­ter­reichs, son­dern auch ein fes­ter Ter­min für eu­ro­päi­sche Rechts­par­tei­en. Dass dies nicht nur eine Un­ter­stel­lung der „links­lin­ken Jagd­ge­sell­schaft“ ist, ver­deut­licht ein Tref­fen na­tio­na­lis­ti­scher Par­tei­en im Jahr 2008. Das „Ar­beits­tref­fen von pa­trio­ti­schen Par­tei­en hier in Wien“ (FPÖ-​Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­ter Möl­zer) soll­te da­mals die Wei­chen für eine ge­ein­te eu­ro­päi­sche Rechts­par­tei zur dar­auf fol­gen­den Eu­ro­pa­wahl stel­len. Das Tref­fen von FPÖ, Front Na­tio­nal (Frank­reich), Vlaams Be­lang und (Bel­gi­en) Ataka (Bul­ga­ri­en) fand nur we­ni­ge Stun­den vor dem da­ma­li­gen WKR-​Ball statt. Der Ball­abend an sich mag sich tat­säch­lich un­po­li­tisch prä­sen­tie­ren. Die an­we­sen­den po­li­ti­schen Funk­ti­ons­trä­ger_in­nen und deren Netz­werk­ar­beit sind dies je­doch mit­nich­ten. Auch wenn die da­ma­li­ge Rechts­block­bil­dung letzt­lich schei­ter­te, sehen sich heute rech­te und rechts­ex­tre­me Par­tei­en in einer Zeit der öko­no­mi­schen Krise so stark im Auf­wind, wie schon lange nicht mehr. Die kom­men­den Eu­ro­pa­wah­len im Mai wer­den aller Vor­aus­sicht nach den Par­tei­en mit re­ak­tio­nä­ren und au­to­ri­tä­ren Kri­sen­ant­wor­ten ein deut­li­ches Plus ver­schaf­fen. So ver­wun­dert es auch nicht, dass sich erst im ver­gan­ge­nen No­vem­ber wie­der Eu­ro­pas rech­te Eli­ten in Wien zum Netz­wer­ken tra­fen. Die­ses Mal nah­men neben Front Na­tio­nal und Vlaams Be­lang zudem die Schwe­den­de­mo­kra­ten, die slo­wa­ki­sche Na­tio­nal­par­tei und die Lega Nord (Ita­li­en) an dem von der FPÖ in­iti­ier­ten Tref­fen teil. Ge­mein­sam mit der Par­tij voor de Vri­jheid (Nie­der­lan­de) von Geert Wil­ders soll die­sem na­tio­na­lis­ti­schen Zu­sam­men­schluss die Bil­dung einer ei­gen­stän­di­gen Rechts­frak­ti­on im neuen Eu­ro­pa­par­la­ment ge­lin­gen. Die Par­tei­en dür­fen sich durch­aus be­rech­tig­te Hoff­nun­gen ma­chen, ge­stärkt aus der Wahl her­vor­zu­ge­hen. Die ge­gen­wär­ti­ge Krise spielt ihrer re­ak­tio­nä­ren und au­to­ri­tä­ren Stim­mungs­ma­che in die Kar­ten.

Denn in der ver­schärf­ten Kon­kur­renz­si­tua­ti­on öko­no­mi­scher Kri­sen bie­ten na­tio­na­lis­ti­sche und ras­sis­ti­sche Par­tei­en dem (Wahl-)Volk ein ver­meint­lich ver­lo­cken­des Ver­spre­chen: Der er­wirt­schaf­te­te Wohl­stand soll einem mög­lichst klei­nen, ab­ge­schot­te­ten na­tio­na­len Kol­lek­tiv vor­be­hal­ten blei­ben. Aus­ge­schlos­sen wer­den sol­len Ge­flüch­te­te, Ar­beits­mi­gran­t_in­nen, öko­no­misch ab­ge­stürz­te Staa­ten, sowie „Brüs­sel“ und nicht näher be­nann­te „Spe­ku­lan­ten“. Zu spü­ren be­kom­men das am stärks­ten jene Men­schen, die ver­su­chen von einem an­de­ren Kon­ti­nent nach Eu­ro­pa zu im­mi­grie­ren. Wäh­rend Fron­tex die EU-​Au­ßen­gren­zen ab­schot­tet, ze­men­tie­ren Ab­kom­men wie die Du­blin-​Ver­ord­nung den ge­setz­li­chen Rah­men. Ver­voll­stän­digt wird der ras­sis­ti­sche Staats­ap­pa­rat von men­schen­un­wür­di­gen Un­ter­künf­ten, einer mar­gi­na­len An­er­ken­nungs­quo­te und einer ras­sis­ti­schen Exe­ku­ti­ve.

Bei den ös­ter­rei­chi­schen Staats­bür­ger_in­nen lö­schen hin­ge­gen der Fut­ter­neid um ein paar Euro Mo­nats­ge­halt und die Angst um Pen­si­ons­an­sprü­che jeden Fun­ken von So­li­da­ri­tät aus. Die Hoff­nung der von Ab­sturzangst ge­plag­ten Ös­ter­rei­cher_in­nen be­steht darin, sich durch Ab­schot­tung und Aus­gren­zung nach außen die letz­ten übrig ge­blie­be­nen Pri­vi­le­gi­en eines So­zi­al­staa­tes zu si­chern. Gleich­zei­tig zu dem Aus­schluss aus dem na­tio­na­len Kol­lek­tiv gibt es aber noch einen Aus­schluss in­ner­halb des Kol­lek­tivs. Die­ser be­trifft vor allem Frau­en, Er­werbs­lo­se und so­zi­al be­nach­tei­lig­te Grup­pen. Wäh­rend Mi­gran­t_in­nen ge­ne­rell der Zu­griff auf ge­sell­schaft­li­che Res­sour­cen ver­wehrt wer­den soll, wird den Aus­ge­schlos­se­nen im Kol­lek­tiv ein ge­wis­ses Maß an Pri­vi­le­gi­en zu­ge­stan­den. Doch be­kom­men diese Grup­pen es als erste zu spü­ren, wenn es gilt „den Gür­tel enger zu schnal­len“. So sinkt in Pha­sen der öko­no­mi­schen Ab­wärts­be­we­gung pri­mär die Er­werbs­quo­te von Frau­en, die so­zia­le Ab­si­che­rung von pre­kär Be­schäf­tig­ten wird fort­lau­fend de­mon­tiert, wäh­rend Ar­beits­lo­se zu immer un­sin­ni­ge­ren Zwangs­maß­nah­men ver­pflich­tet wer­den.

This is a man’s world
Ver­gleichs­wei­se gut kom­men in die­ser Kon­kur­renz­si­tua­ti­on hin­ge­gen aka­de­misch ge­bil­de­te, weiße Män­ner mit ös­ter­rei­chi­schem Pass und sehr guten Kon­tak­ten in Wirt­schaft, Ver­wal­tung und Jus­tiz davon. Genau das ist das Bild, das Bur­schen­schaf­ten nach außen hin ver­tre­ten. Wer bei so einem Ver­ein mit­macht, kommt schon nicht unter die Räder, mag sich so man­cher Pen­nä­ler und Jung­fux den­ken. Zudem ver­mit­teln Kor­po­ra­tio­nen he­ge­mo­ni­al männ­li­che und pa­tri­ar­cha­le Werte und Ver­hal­tens­mus­ter, die in der ka­pi­ta­lis­ti­schen Ell­bo­gen­ge­sell­schaft von Vor­teil sind: Härte, Stär­ke, Dis­zi­plin, Ge­hor­sam­keit, Mut und Lei­dens­fä­hig­keit sind nur ei­ni­ge sol­da­tisch-​männ­li­che Werte von Kor­po­ra­tio­nen, die in der per­ma­nen­ten Ar­beits­markt­kon­kur­renz den Weg auf der Kar­rie­re­lei­ter ebnen sol­len. Auf die über­stei­ger­te Mas­ku­li­ni­tät des Män­ner­bun­des folgt al­ler­dings post­wen­dend die ho­mo­pho­be Ab­wehr des Ge­dan­ken Män­ner könn­ten auch Män­ner (bzw. Frau­en könn­ten Frau­en) lie­ben. Die He­te­ro­norm bleibt das Maß aller Dinge. Alles was aus dem tra­di­tio­na­lis­ti­schen Ge­schlech­ter-​ und Fa­mi­li­en­bild her­aus­fällt wird pa­tho­lo­gi­siert und aus­ge­grenzt.

Dies wird er­gänzt durch ein Frau­en­bild, das in etwa aus dem Jahre 1848 stammt. Wäh­rend Män­nern alle sol­da­ti­schen Werte zu­ge­schrie­ben wer­den, wird Frau­en prin­zi­pi­ell ab­ge­spro­chen sich selbst be­haup­ten und ver­tei­di­gen zu kön­nen – so­wohl phy­sisch, als auch in­tel­lek­tu­ell. Ar­gu­men­tiert wird dies bio­lo­gis­tisch: Der Kör­per und der Geist von Frau­en sei Män­nern ge­gen­über un­ter­le­gen und des­halb auch we­ni­ger pro­duk­tiv und leis­tungs­fä­hig. An­hand sol­cher Be­haup­tun­gen lässt sich in wei­te­rer Folge umso leich­ter so­zia­ler und öko­no­mi­scher Aus­schluss recht­fer­ti­gen. Im Ge­gen­satz zu den Män­nern be­ste­he die Auf­ga­be von Frau­en in ers­ter Linie darin, emo­tio­na­le, zwi­schen­mensch­li­che und er­zie­he­ri­sche Tä­tig­kei­ten zu ver­rich­ten. Be­son­ders deut­lich wer­den diese Ge­schlech­ter­rol­len, wenn sich Bur­schen­schaf­ten ein­mal „frau­en­po­li­tisch“ äu­ßern. Zu die­sem Thema las­sen sie dann Bar­ba­ra Ro­sen­kranz über die „Gen­der-​Ma­fia“ in Brüs­sel re­fe­rie­ren. Wei­ters würde der Ge­bur­ten­rück­gang in der EU zum Un­ter­gang des Abend­lan­des füh­ren, wäh­rend (vor allem mus­li­mi­sche) Mi­gran­tin­nen Kind um Kind be­kä­men. Zu ver­ant­wor­ten hät­ten dies alles Fe­mi­nis­tin­nen, Ho­mo­se­xu­el­le und kin­der­lo­se Kar­rie­re­frau­en, denen ihr Ego­is­mus wich­ti­ger wäre als ihr Volk­s­auf­trag Kin­der zu be­kom­men.
Eman­zi­pa­to­ri­sche In­hal­te sehen wahr­lich an­ders aus…

Just ano­ther brick in the wall
Ge­mes­sen an der Ge­samt­heit der so­zia­len Ver­hält­nis­se ist der Aka­de­mi­ker­ball nur ein Stein­chen in einer rie­si­gen re­ak­tio­nä­ren Mauer. Daher ist es immer wich­tig, die Re­le­vanz und den Stel­len­wert eines sol­chen Events im Ver­gleich zu an­de­ren po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen im Auge zu be­hal­ten. Es ist rich­tig, dass der Aka­de­mi­ker­ball ein fest­li­ches High­light deutsch­na­tio­na­ler Kor­po­ra­tio­nen und eu­ro­päi­scher Rechts­par­tei­en dar­stellt. Gleich­zei­tig gilt es aber fest­zu­hal­ten, dass der Ball – ins­be­son­de­re durch die jah­re­lan­ge Kam­pa­gnen­ar­beit an­ti­fa­schis­ti­scher Kräf­te – schon deut­lich an Aus­strah­lungs­kraft und Stel­len­wert ver­lo­ren hat. Das kann durch­aus als Er­folg der letz­ten Jahre an­er­kannt wer­den. Dem WKR-​Ball wurde schon ein­mal der Ver­bleib in der Hof­burg auf­ge­kün­digt. Und was ein­mal ge­klappt hat, kann ein wei­te­res Mal klap­pen, wenn die ent­spre­chen­de Be­reit­schaft und Ent­schlos­sen­heit dazu vor­han­den ist.

Es gibt mehr als ge­nü­gend The­men für eine eman­zi­pa­to­ri­sche Linke, für die es zu strei­ten gilt. Der Aka­de­mi­ker­ball ist so ge­se­hen „just ano­ther brick in the wall“. Umso wich­ti­ger ist es, die­sem Event, das sich seit Jah­ren in der De­fen­si­ve be­fin­det, noch ein­mal ein deut­li­ches, po­li­ti­sches Si­gnal zu sen­den, auf dass die­ses rechts­ex­tre­me Tref­fen künf­tig ein für alle mal der Ver­gan­gen­heit an­ge­hört.

24.​1.​2014 – 17 Uhr
Wien Mitte – Land­stra­ße

mehr Infos unter nowkr.​at

Infovortrag: NOWKR 2013

NOWKR: Info- und Mobiveranstaltung gegen den 1. Wiener Akademikerball

Am 1. Februar 2013 findet in der Wiener Hofburg der 1. Wiener Akademikerball statt. Dass es sich beim Akademikerball um die Neuauflage des WKR-Balls handelt, also jenen Ball der durch den Druck antifaschistischer Proteste seit 2012 nicht mehr in der Hofburg stattfinden kann, verbergen die Veranstaler keineswegs. Die Adresse wkr-ball.at führt automatisch zum Wiener Akademikerball und der WKR-Ballausschuss lädt zum neuen Event mit den Wort…en: „Der Wiener Akademikerball ist ein Ball von Korporierten für Korporierte.“ Und das obwohl es doch offiziell eine FPÖ-Veranstaltung ist… Als hätte es in der Vergangenheit nicht schon genug stichhaltige Beweise für die enge Verstrickung von deutschnationalen Verbindungen und freiheitlicher Partei gegeben, liefert die FPÖ nun einen weiteren Beleg.

Dieses Jahr wird die Mobilisierung gegen den Wiener Akademikerball 2013 unter dem Motto „Nein, wir lieben dieses Land und seine Leute nicht!“ mit einer inhaltlichen Vortragsreihe, bestehend aus fünf Veranstaltungen, unterfüttert. Es geht uns dabei um nichts weniger, als die österreichischen Zustände zu skandalisieren und anzugreifen. Wir haben uns bewusst dazu entschlossen das Thema Burschenschaften zu vernachlässigen um mit unserer Veranstaltungsreihe den Fokus auf Rassismus, Antifeminismus, Antisemitismus und dessen gesellschaftliche Bedingtheit zu legen, sowie eine adäquate Kritik der Nation zu formulieren. Denn der WKR-Ball ist nur die Spitze eines reaktionären Eisbergs. Den WKR-Ball unmöglich machen bedeutet also nicht nur ein Event und Vernetzungstreffen europäischer Rechtsparteien zu verhindern, sondern die gesellschaftlichen Verhältnisse aufzuheben, welche reaktionäre Ideologien aller Couleur erst hervorbringen.

Bei der Veranstaltung gibt es natürlich die neuesten Infos rund um die Proteste und Mobilisierungen gegen den Wiener Akademikerball 2013.

Donnerstag, 3. Januar 2013, 18:00 Uhr
SMO Klub, Spengergasse 7, 9020 Klagenfurt am Wörthersee