Strafanzeige vom Obmann der Ulrichsberggemeinschaft

Hermann Kandussi, Obmann der Ulrichsberggemeinschaft, hat Anzeige gegen Daniel Jamritsch (Danijel Jamrič) und Bernhard Gitschtaler wegen angeblicher „Gefährlicher Drohung“, „Verhetzung“, „Nötigung“, „Übler Nachrede“, „Beleidigung“ u.v.m. erstattet.

Wegen „Gefahr in Verzug“ hat die Ulrichsberggemeinschaft bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt/Celovec ebenfalls beantragt, ein „fünf km betreffendes Platzverbot für die Dauer des Ulrichsbergtreffens 2014″ zu verordnen, jedoch nicht nur für die zuvor erwähnten Mitglieder von „Erinnern Gailtal“, sondern auch gegen die „Autonomen Gruppen der sogenannten Antifa Kärnten“. Neben der „Antifaschistischen Aktion Kärnten“ (Autonome Antifa Kärnten/Koroška) und der „AK gegen den Kärntner Konsens“, werden hierbei auch die Grünalternative Jugend (GAJ), sowie mehrere Partisan_innen_Verbände (Društvo/Verein Peršman, Verband der Kärntner Partisanen u.w.) aufgeführt.
Die „Antifa Kärnten“ sei zudem „durch ihre linksextremistischen Agitationen negativ gegen die Republik Österreich und das Land Kärnten aufgefallen und wurden bereits [im] Verfassungsschutzbericht 2008 als linksextrem eingestuft“.

Das Verfahren wurde nach ein paar Tagen eingestellt!!

Der Verein „Erinnern Gailtal“ ist schon seit längerer Zeit im Visier der FPÖ, sowie anderer rechtsextremer Vereine und Gruppierungen.
Zwar haben sie den letzten Prozess gewonnen (http://www.meinbezirk.at/klagenfurt/politik/fpoe-muss-an-kaerntner-politikwissenschafter-entschaedigung-zahlen-d1026980.html), dennoch wird weiterhin versucht ihre Arbeit zu behindern. Demnächst wird ein Opferbuch über das Gailtal erscheinen. Die 2012 gegründete Erinnerungsinitiative leistet seriöse, engagierte Aufklärungsarbeit zur Geschichte des Nationalsozialismus in Kärnten/Koroška. Eine vom Verein organisierte Führung im Museum am Peršmanhof löste Angriffe auf Erinnerungsarbeit aus. Vor wenigen Monaten brachte der Verein das Buch „Das Gailtal unterm Hakenkreuz“ heraus und demnächst wird ein Opferbuch über das Gailtal erscheinen.

Hier gibt es Neuigkeiten und mehr Informationen zur Stellungnahme des Vereins „Erinnern Gailtal“ zu den Vorwürfen der FPÖ:

http://www.erinnern-gailtal.at/

Mehr Informationen zum Ulrichsbergtreffen findet ihr hier:

http://www.u-berg.at/texte/index.htm

Solidarität mit den betroffenen Personen, Organisationen und Vereinen! Alertá Antifascista!

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WKR-Kommers unmöglich machen | NOWKR

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Am 29. November soll im Wiener Rathauskeller ab 20 Uhr der Kommers des Wiener Korporationsrings (WKR) stattfinden. Er stellt eine festliche Veranstaltung dar, auf der – wie in jeglichem burschenschaftlichen Zeremoniell – das rechte Wort zur rechten Zeit und kühles Blondes gleichermaßen im Vordergrund stehen. Die 20 Korporationen des WKR, die sich politisch in einem Spektrum zwischen national-freiheitlich, deutschnational bis offen rechtsextrem und neonazistisch bewegen, veranstalten auch jedes Jahr den Akademikerball, gegen den auch 2015 massive Proteste und Blockaden angekündigt sind.
Die Rot-Grüne Stadtregierung fällt hier durch ihrer Doppelbödigkeit auf: Während der Wiener Gemeinderat noch dieses Jahr eine Resolution verabschiedet hat, in der sich gegen das Vernetzungstreffen von der extremen Rechten in der Wiener Hofburg ausgesprochen wurde, scheint dieselbe Stadtregierung ungewollt zu sein, in ihren eigenen Räumlichkeiten diesen Beschluss zu fassen und durchzusetzen.

Deutschnationale Burschenschafter stehen in Österreich und Deutschland für völkischen Nationalismus, NS-Verherrlichung und Holocaust-Leugnung. Ihre Deutschtümelei stellen sie in Wien immer wieder zur Schau. Neben dem alljährlichen WKR-Ball, dem diesjährigen Kommers auch wöchentlich auf der Unirampe.
Immer öfter treten ihnen dabei jedoch Antifaschist_innen entschieden entgegen, um diesem Treiben ein Ende zu setzen!

Antisemitischen, rassistischen Männerbünden keinen Millimeter! Im Rathauskeller, auf der Unirampe wie auch im Jänner auf der Tanzfläche der Hofburg!


▼ DEN WKR-KOMMERS UNMÖGLICH MACHEN
▼ 29. November
▼ 18 Uhr | Rathausplatz 1
▼ NOWKR

Gegen die Einheitsfeier 2014 in Hannover

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Am dritten Oktober diesen Jahres ist Hannover Gastgeber des Spektakels rund um die Einheitsfeierlichkeiten. Gefeiert wird an diesem Datum ganz unspektakulär der Stichtag der formellen Übernahme der DDR durch die BRD. In Hannover wird sich der Deutsche Staat anlässlich dieses Tages in Szene setzen und seine Politik würdigen lassen, ohne die nationalistisch aufgeladene feucht-fröhliche Stimmung der Fußballfanmeilen. So oder so – kein Grund zum Feiern. Denn diese Ordnung, die mit der Politik des deutschen Staates gesichert wird, bedeutet immer auch: Armut, Ausgrenzung und Leistungszwang.

Armut

Alles, was diese Gesellschaft bietet und produziert, ist für uns nur gegen Geld zu haben. Dafür, dass das so bleibt sorgt der deutsche Staat. Das Eigentum an Häusern, Fabriken und Rohstoffen bleibt exklusiv Wenigen vorbehalten und wird nach ökonomischem Interesse verwaltet. Um möglichst gute Bedingungen für die eigene nationale Ökonomie zu schaffen, versucht Deutschland als Verwalter neben einer guten Infrastruktur auch für billige Arbeitskräfte zu sorgen. Dies sichert der Staat durch niedrige Sozialleistungen, geringen Kündigungsschutz und Schikanen auf dem Amt. Er sorgt auch durch seine Polizei und Justiz dafür, dass wir uns nicht einfach nehmen können, was wir zum Leben brauchen. Und so müssen wir uns auch noch zum schlechtesten Lohn verkaufen, um uns das Leben leisten zu können.

Ausgrenzung

Für die Menschen, die in ihren Heimatländern nicht einmal das können und deshalb versuchen hier her auszuwandern, endet die Flucht oft bereits an den europäischen Außengrenzen. Obwohl immer wieder Flüchtende bei dem Versuch die hermetisch abgedichtete Festung Europa zu erreichen, sterben, stimmen die überzeugten Nationalisten*innen dieser brutalen Politik noch zu. Für sie sind Flüchtende nichts anderes als potentielle Kostenfaktoren für “ihre” Nation, denn “die” gehören “qua Natur” nicht zum eigenen nationalen Kollektiv. Konsequenterweise sollen daher auch die Menschen, die es hier her geschafft haben und nicht abgeschoben werden können oder sollen, stets ihre Leistungsbereitschaft unter Beweis stellen und sich gefälligst integrieren. Ausländer bleiben sie trotzdem und vor rassistischen Übergriffen schützt sie auch der deutsche Pass nicht.

Leistungszwang

Das alltägliche Hauen und Stechen in dieser Gesellschaft sorgt nicht gerade für eine solidarische Grundstimmung unter den Menschen. Obwohl wir schon nicht selber darüber entscheiden können wie und was produziert wird, müssen wir uns jetzt auch noch um mehr oder weniger schlecht bezahlten Arbeitsplätze streiten. Immer in Abhängigkeit des Gewinninteresses eines Arbeitgebers opfern viele ihre Freizeit und Kreativität in unbezahlten Praktika und Leiharbeitsjobs, schleppen sich krank zur Arbeitsstelle oder gehen noch unter Hartz IV Niveau arbeiten, in der Hoffnung auf eine halbwegs gesicherte Existenz.

Damit diese Zustände ertragbar werden, wird sich eine solidarische Gemeinschaft im nationalen Kollektiv einfach herbei imaginiert. So kann man sich noch unter den beschissensten Umständen mit Stolz für Staat und Kapital krumbuckeln.

Während am dritten Oktober auch die Leute in Hannover sein werden, die sich mit dem Vorankommen der Nation und allem was dazu aus ihrer Sicht notwendig ist identifizieren, werden auch wir da sein. Denn die Feier der Nation ist ein Angriff auf das schöne Leben und ein Hohn gegenüber der Gesellschaft, wie wir sie uns vorstellen: Wir wollen eine Gesellschaft die die Produktion, das Wohnen, die Bildung nicht nach kapitalistischen Interessen, sondern nach den Bedürfnissen der Menschen organisiert. Für eine Zukunft ohne Nationalismus und Nation gehen wir am dritten Oktober auf die Straße.

Denn was ihr feiert ist: Armut, Ausgrenzung, Leistungszwang!
THERE IS AN ALTERNATIVE – Kommunismus statt Deutschland! Kommunismus statt Österreich!

2. Oktober, 18 Uhr, Opernplatz
1000 gute Gründe gegen die Nation
Kundgebung mit musikalischer Unterstützung von:
The Toten Crackhuren im Kofferraum, Egotronic, Frittenbude

3. Oktober, 14 Uhr, Opernplatz
Was ihr feiert: Armut, Ausgrenzung, Leistungszwang
Demonstration gegen die Einheitsfeier

4. Oktober

Die Nation: Kein Grund zu feiern!
Antinationaler Kongress

mehr infos auf:
https://gegen-kapital-und-nation.org/
http://oct3.net/

Zeitzeuginnengespräch mit Romana Verdel & Antifaschistischer Stadtspaziergang durch Klagenfurt/Celovec

ZEITZEUGINNENGESPRÄCH MIT ROMANA VERDEL

Die Kärntner Slowenin Romana Verdel überlebte nur durch Zufall als sogenanntes „Banditenkind“, wie die Nazis Kinder von PartisanInnen bezeichneten, den Krieg. Weil ihre Familie engen Kontakt zu den PartisanInnen hatte, wurden sämtliche Angehörige von der Gestapo „abgeholt“. Da Verdel selbst sich gerade am Nachbarhof befand, konnte sie der Verschleppung entgehen, musste jedoch kurz darauf zu den PartisanInnen gebracht werden, da ihre Nachbarin sie nicht dauerhaft verstecken konnte. Während des Krieges verlor sie 13 Familienangehörige. Im ZeitzeugInnengespräch wird sie von ihrer Kindheit an der Seite der PartisanInnen in Wäldern und Bunkern erzählen.

▼ Beginn: 14:00 Uhr // Volkshaus/Ljudski dom Klagenfurt/Celovec, Südbahngürtel 24

ANTIFASCHISTISCHER STADTSPAZIERGANG DURCH KLAGENFURT/CELOVEC

Im überschaubaren Raum der Kärntner/Koroške Landeshauptstadt muss nicht weit spucken, wer ein Denkmal treffen will. Mit dem antifaschistischen Stadtspaziergang möchten wir einen kritischen Blick auf die Klagenfurter Denkmallandschaft werfen und dazu einladen, sich mit der großteils “vergessenen” nationalsozialistischen Geschichte und deren Konitunitäten bis heute auseinander zu setzen. Die Kärntner Geschichtsschreibung ist bis heute extrem deutschnational geprägt und wird von Antislawismus dominiert. Den zentralen Bezugspunkt stellt hier der so genannte “Kärntner Abwehrkampf ” dar: ein nach dem Ersten Weltkrieg nicht unüblicher Grenzkonflikt führte zu einer Volksabstimmung, bei der sich die Mehrheit der Menschen im umstrittenen Gebiet Südkärntens – meist aus wirtschaftlichen Gründen – am 10. Oktober 1920 für den Verbleib bei Österreich entschieden. Die antislawischen Ressientiments und die deutschnationale Ideologie boten einen fruchtbaren Boden für bald darauf entstehende nationalsozialistische Organisationen in Kärnten/Koroška. So stellt auch der “Anschluss” 1938 keine besondere Zäsur in der Kärntner Geschichte dar, für die schon großteils in den Nazis nahestehenden deutschnationalen Organisationen aktiven BürgerInnen bildete der Nationalsozialismus eine logische Kontinuität. Eine Kontinuität die auch nach der Befreiung durch die Alliierten 1945 fortgesetzt wurde: Bereits in den 1950er Jahren wurden viele der ehemaligen NationalsozialistInnen rehabilitiert und fanden sich in gesellschaftlich und politisch angesehenen Positionen wieder. In diese Zeit fällt auch die Errichtung vieler revisionistischer Denkmäler, die an die “Opfer” des Zweiten Weltkrieges – auf nationalsozialistischer Seite – erinnern. An die Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes wird im Gegensatz dazu kaum erinnert. Die meisten dieser wenigen Denkmäler wurden nach oft jahrelangem Kampf von antifaschistischen Initiativen errichtet. Bis heute werden antifaschistische Denkmäler angegriffen und pompöse Feiern vor deutschnationalen Symbolen veranstaltet.

Mit dem antifaschistischen Stadtspaziergang wollen wir die TäterInnengeschichte, die ihre Opfer stets ausklammert, dort thematisieren, wo sie sich in Stein gehauen präsentiert. Wir wollen auf jene Orte aufmerksam machen, die der Opfer gedenken, und uns an die Verbrechen erinnern und dadurch eins verhindern: dass sie je vergessen werden!

▼ Treffpunkt: 16:30 Uhr // Volkshaus/Ljudski dom Klagenfurt/Celovec, Südbahngürtel 24

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Die Veranstaltungen finden im Rahmen des ANTIFASCIST SUMMERCAMP 2014 statt. Informationen dazu finder ihr hier:

▼ http://antifasummercamp.blogsport.at/
▼https://www.facebook.com/events/740502546006683/

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SOMMER. SONNE.ANTIFA. ANTIFA SUMMERCAMP

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Das Antifaschist Summercamp findet heuer von 2. bis 7. September in Dobrla Vas, Koroška statt.

Programm

Dienstag 02.09.2014

Anreise/Ankunft

Abends: Filmscreening/Antirep-Workshop (Details folgen)

Mittwoch 03.09.2014

11:00 Uhr:

„Jetzt ist Schluss mit Trallalla …“
Workshop zum Sinn und Unsinn von Parolen

antifa-nt, München

Parolen gehören mit zum Wahrnehmbarsten von dem was wir als Linke so von uns geben – egal ob auf Demos oder Kundgebungen skandiert, auf Transparente und Klokacheln gepinselt oder auf Konzerten und Parties gegrölt. Allerdings haben wir den Eindruck dass es trotz dieser Verbreitung wenig kollektive Debatte über Form und Inhalt davon gibt.
In diesem Workshop wollen wir gemeinsam darüber diskutieren, warum wir als radikale Linke überhaupt Parolen rufen, welche Inhalte sich darüber vermitteln lassen und welche eher nicht und auch der Frage nachgehen, wann und wo manche Aussprüche eher weniger Sinn machen könnten als andere.

14:00 Uhr:

Die Deut­sche Bur­schen­schaft – Völ­ki­sches Den­ken zwi­schen Kon­ser­va­ti­vis­mus und ex­tre­mer Rech­ter
Gruppe Gegenstrom (…umsGanze!, Göttingen)

Seit Jahrzehnten fallen Burschenschaften der Deutschen Burschenschaft durch rassistische und nationalistische Äußerungen auf, trotzdem scheinen sie gesellschaftlich akzeptiert. Die Deutsche Bundesregierung bezeichnete die DB erst im Juli 2013 wieder als “eine demokratische Studentenorganisation”. Gute Verbindungen besitzt der Dachverband sowohl ins konservative als auch ins extrem Rechte Lager. Neben diversen deutschen Politikern der CDU/CSU und österreichischen FPÖ-Abgeordneten, sind auch die sächsischen NPD Abgeordneten Gansel und Schimmer Mitglied in einer DB-Burschenschaft. Nach weiteren rassistischen Vorfällen verließen im letzten Jahr zahlreiche “konservative” Verbindungen den Dachverband.

Die ReferentInnen der Gruppe Gegenstrom aus Göttingen legen in dieser Veranstaltung den inhaltlichen Schwerpunkt auf das völkisch-rassistische Denken in der Geschichte und Gegenwart der DB. Sie wollen aufzeigen, dass die rassistischen und nationalistischen Vorfälle der letzten Jahre einer Tradition entstammen, die 200 Jahre bis zur Gründung der ersten Burschenschaften zurückreicht. Des weiteren sollen die Weltanschauungen der ausgetretenen, konservativen Verbindungen betrachtet werden, denn die Unterschiede zur völkischen Fraktion liegen hier nur im Detail.

18:00 Uhr:

Nationale Befreiung oder Befreiung von der Nation?

Thorsten M. (Jungle World, Konkret)

Wenn man die alltägliche Gewalt und die historischen Massengräber des Nationalismus betrachtet, verwundert es, dass es auch heute noch linke Bewegungen gibt, die im Nationalismus das Instrument zur Befreiung sehen. Tatsächlich stand – im bürgerlichen Sinne – hinter dem Konzept der Nation historisch auch eine emanzipatorische Idee: Es ging es darum, Untertan_innen unabhängig von Herkunft und Stand zu gleichen und freien Subjekten zu machen, die sich im freiwilligen Zusammenschluss eine rationale politische Ordnung geben. Bekanntermaßen ist daraus nichts geworden. Stattdessen wurde das revolutionäre Element des Nationalismus für die demokratische Transformation der Gesellschaft schon bald von kulturalistischen und rassistischen Grenzziehungen im Namen der Nation verdrängt. Nationalismus wurde zur ideologischen Grundlage für die Legitimation des Ausschlusses und der Gewalt gegenüber den „Anderen“. Als Zwangskollektiv lässt das Konstrukt der Nation dabei auch die „Eigenen“ nicht in Ruhe. Diese Entwicklung liegt in der Sache selbst begründet. Nationalismus stellt keine Kritik an den herrschenden Verhältnissen dar – sondern ist selber ein Teil von ihnen.

In dem Vortrag wird es um Geschichte und Funktion des Nationalismus gehen, mit Fokus auf die (vermeintlich) linken Varianten und ‘Nationalen Befreiungsbewegungen’. Dabei ergeben sich viele Fragen: Wer soll hier eigentlich von wem befreit werden? Hat revolutionärer Nationalismus mit der Einrichtung der Nationalstaaten nicht sein Emanzipationsversprechen verloren? Was bedeutet es, wenn baskische Kommunist_innen und deutsche Nazis beide ein „Europa der freien Völker“ fordern?

Thorsten M. ist freier Autor (Jungle World, Konkret) und beschäftigt sich mit der Frage, warum sich der Kampf um Befreiung so oft gegen die Befreiung wendet. In seiner Promotion untersuchte er die linksnationalistischen Bewegungen in Katalonien und im Baskenland aus einer ideologiekritischen Perspektive.

Donnerstag 04.09.2014

14:00 Uhr:

Zeitzeuginnengespräch mit Romana Verdel in Klagenfurt/Celovec

Die Kärntner Slowenin Romana Verdel überlebte nur durch Zufall als sogenanntes „Banditenkind“, wie die Nazis Kinder von PartisanInnen bezeichneten, den Krieg. Weil ihre Familie engen Kontakt zu den PartisanInnen hatte, wurden sämtliche Angehörige von der Gestapo „abgeholt“. Da Verdel selbst sich gerade am Nachbarhof befand, konnte sie der Verschleppung entgehen, musste jedoch kurz darauf zu den PartisanInnen gebracht werden, da ihre Nachbarin sie nicht dauerhaft verstecken konnte. Während des Krieges verlor sie 13 Familienangehörige. Im ZeitzeugInnengespräch wird sie von ihrer Kindheit an der Seite der PartisanInnen in Wäldern und Bunkern erzählen.

Ort: tba.

16:30 Uhr:

Antifaschistischer Stadtspaziergang durch Klagenfurt/Celovec
(Aufruf folgt)

Freitag 05.09.2014

11:00 Uhr:

Die Staatsfrage stellen oder den Staat in Frage stellen? – Einführung in materialistische Staatskritik

In der Linken gehen die Interpretationen über den Staat weit auseinander: für die einen ist er Garant des Allgemeinwohls, anderen gilt er als das Instrument der kapitalistischen Klassenherrschaft und wieder andere sehen in ihm das Terrain sozialer Kämpfe. Mit der Veranstaltung wird eine Einführung in die verschiedenen Ansätze materialistischer Staatstheorie skizziert. Dabei werden die zentralen Thesen marxisitscher Theorie zum Begriff des Staates präsentiert: die instrumentelle Staatstheorie bei Lenin (Staat als Instrument der herrschenden Klasse), hegemonietheoretische Analysen des Staates bei Gramsci, Althusser und Poulantzas (Staat als materielle Verdichtung von Kräfteverhältnissen) sowie die Überlegungen von Paschukanis über das Verhältnis von Warenform, Rechtsform und Staatsform und die daran anknüpfende Staatsableitungsdebatte.

14:00 Uhr:

Sexarbeit. Umkämpfte Körper.

Nicht erst seit dem Buch von Alice Schwarzer: “Prostitution – Ein deutscher Skandal” wird die Frage der Sexarbeit und ihrer Regulierung wieder heiß diskutiert. Während vor allem Sexarbeiter_innen die Anerkennung ihrer Arbeit als „normaler“ Lohnarbeit fordern, beschreibt die andere Seite Sexarbeit als moderne Sklaverei und fordert staatliche Verbote und gesellschaftliche Ächtung. Der Workshop gibt Einblick auf Veränderungen in den Gesetzeslagen und Diskursen in Europa. Anschließend wollen diskutieren, ob Sexarbeit eine ganz normale Arbeit ist, oder, was sie von anderen Arbeitsformen unterscheidet. Das Kampffeld Sexarbeit soll vermessen werden. Kein Vorwissen nötig.

18:00 Uhr:

Sie schlittern wieder…
Ein Workshop eines Menschen von Straßen aus Zucker (Berlin)

Der Erste Weltkrieg, aktuelle geschichtspolitische Strategien und warum es auch für Linke lohnenswert ist, sich mit dem Krieg vor 100 Jahren zu beschäftigen. Bis vor einem Jahr hatte die in den 1960er Jahren entwickelte Forschungsposition, dass Deutschland im Verbund mit Österreich-Ungarn die Hauptschuld für den Ausbruch des Ersten Weltkrieg trage, noch wie ein befriedetes Terrain gewirkt. Seit Erscheinen des Bestsellers von Christopher Clark “Die Schlafwandler” geht in Deutschland und in verminderter Intensität auch in Österreich ein geschichtspolitischer Roll-Back vonstatten, der es in sich hat. Nun sind die Staaten wahlweise in den Krieg geschlittert, hat das politische Personal geschlafwandelt bishin, dass imperiale Ideologie nur in Frankreich, Rußland und Großbritannien am Werk gewesen sei. In dem Workshop sollen sich zuerst diese Debatte und die Hauptargumentationen angeschaut werden. In einem zweiten Teil soll dann der Frage nachgegangen werden, worin in einer Beschäftigung mit dem “Großen Krieg” von 1914-1918 der Mehrwert für eine linke Analyse besteht. Hier soll es vorrangig um die “nationale Frage” und ihre Beantwortung in der deutschsprachigen Arbeiter_innenbewegung und um die Leerstellen traditionsmarxistischer Imperialismus- und Kriegskritik gehen. Kein Vorwissen nötig.

Samstag 06.09.2014

11:00 Uhr:

Psychoanalyse und Gesellschaftskritik
(Ankündigungstext folgt)

14:00 Uhr:

Kritik der Austeritätspolitik
(Ankündigungstext folgt)

18:00 Uhr:

Begriffe von Gewicht. Patriarchat und heteronormative Matrix.
Antifaschistischer Frauenblock Leipzig

Patriarchat, heteronormative Matrix, Sexismus, Frauenunterdrückung – Begriffe, hinter denen sich verschiedene Konzepte von feministischer Gesellschaftskritik verbergen. Anstatt wilder und sinnfreier Wortjonglage wollen wir diese Konzepte offen legen und einer Kritik unterziehen. So wie sich die gesellschaftliche Realität verändert, wandeln sich auch die Begriffe, die zu ihrer Analyse herangezogen werden. »Patriarchat« gilt in manchen Kreisen als altbacken, verstaubt und dem Oldschool-Feminismus zugehörig. Dagegen kommt »heteronormative Matrix« für andere als abstrakter und unzugänglicher Szenejargon daher, der sich in queeren Zusammenhängen zwar großer Beliebtheit erfreut, für die Außenwelt, die Judith Butler nicht gelesen hat, aber eine leere Worthülse bleibt. Das Für und Wider und die Treffsicherheit der beiden Konzepte sollen diskutiert werden.

Termin noch unbekannt
Workshop: „Reform und Revolution“
KSV_LiLi

Die Frage nach „Reform“ und „Revolution“ zieht sich seit den Anfängen bürgerlicher Staatlichkeit durch die Debatten staatskritischer und/oder antikapitalistischer Bewegungen. Im Workshop soll einerseits den verschiedenen theoretischen Positionen und deren Entwicklung nachgegangen werden, andererseits sollen Implikationen für eine aktuelle Praxis gesucht werden. Ansätze folgender Theoretiker_innen können diskutiert werden: Marx, Engels, Lenin, Luxemburg, Gramsci, Poulantzas, Agnoli und Frigga Haug. Abschließend soll die Frage gestellt werden, ob eine „revolutionäre Realpolitik“ möglich ist und was deren praktische Implikationen sein könnten.

Termin noch unbekannt
Jugoslawische Erinnerungspolitik
(Ankündigungstext folgt)

Sonntag 07.09.2014

Aufräumen/Abreise

Wir freuen uns auf eine Woche mit euch voller Sommer, Sonne, Antifa!

Mehr Infos unter: http://antifasummercamp.blogsport.at/

Gegen den Al-Quds-Tag in Wien!

Am 26. Juli 2014 findet zum wiederholten Male der „Al-Quds-Tag“ in Wien statt. Seit mehreren Jahren ziehen Islamist_innen und ihre Sympathisant_innen, am Ende das Ramadans, durch die Wiener Innenstadt und demonstrieren für eine Welt ohne Israel und die Eroberung Jerusalems. Auch Flaggen der islamistischen Terrorgruppen Hisbollah und Hamas werden geschwungen.
Der „Tag zur Befreiung Jerusalems von der zionistischen Besatzung“ findet weltweit jährlich seit dem Aufruf des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Chomeini vom 8. August 1979 statt.

Dieser Tradition folgend schürt das iranische Mullah-Regime Hass gegen den “dekadenten Westen“, verbreitet seit Jahren offen antisemitische Propaganda und leugnet den Holocaust. Gleichzeitig unterstützt es, durch Geld- und Waffenlieferungen, den Kampf islamistischer Terrororganisationen und arbeitet an seiner atomaren Bewaffnung, die angesichts der regelmäßig ausgesprochenen Vernichtungsdrohungen eine existenzielle Bedrohung für Israel darstellt. Auch unter Präsidenten Hassan Rohani werden stets Massenhaft Homosexuelle hingerichtet und Frauen gesteinigt.
Vor allem durch den Handel der europäischen Staaten mit dem islamischen Regime, war und ist der Iran in der Lage, sein Atom- und Raketenprogramm weiterzuführen, sowie Homosexuelle, Frauen, Gewerkschaftler_innen, Regimegegner_innen, religiöse Minderheiten u.v.m. zu verfolgen.

Israel wurde als Konsequenz aus der über 2000 Jahren währenden antisemitischen Verfolgung, die ihren Höhepunkt im deutschen Vernichtungswahn fand, gegründet, um alle von Antisemitismus betroffenen Menschen vor Mord und Verfolgung zu schützen. Dass sich Israel in diesen falschen Verhältnissen, die Antisemitismus tagtäglich reproduzieren, nur militärisch verteidigen kann, ist traurige Realität. Diejenigen also, die es mit Antifaschismus ernst meinen und für die die Maxime, alles „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts ähnliches geschehe“ (Adorno), untrennbar zum eigenen Politikverständnis gehört, müssen unmissverständlich Partei für Israel ergreifen und sich klar gegen seine Feinde stellen. Ganz egal, ob es sich dabei um Kräfte der so genannten bürgerlichen Mitte, Islamist_innen, antizionistische Linke oder Nazis handelt.

Wir rufen deshalb zu Aktionen gegen den „Al-Quds-Tag“ in Wien auf, wie beispielsweise dem Infotisch um 16:00 und die Kundgebung um 16:30 am Lugeck (1. Bezirk).

Wieso sind wir nicht Teil des „Bündnisses gegen den Al-Quds-Tag in Wien“?

Ein großer Teil der Linken, ob bürgerlich oder radikal, schweigt zu einer weltweiten, einer rechtsradikalen Bewegung: dem Islamismus. Die antifaschistische Kritik des Islamismus geht dabei über eine – ebenfalls notwendige – pauschale Kritik aller Religionen hinaus. Er ist geprägt durch enormen Autoritarismus, Sexismus und Antisemitismus und religiöser Fundamentalismus. Neben direkter und indirekter Duldung von Islamist_innen durch Linke kommt es auch zur offenen Zusammenarbeit.
Von rigorosen Vorschriften für alltägliches Leben, über die Hinrichtungen Homosexueller bis hin zum mörderischen Terror gegen „Ungläubige“. So verneinen islamistische Staaten und Bewegungen das linke Projekt einer befreiten Gesellschaft mit außerordentlicher Brutalität und Vollständigkeit. So verwehrt sich ein großer Teil der Linken weiter der Tatsache, dass eine islamistische Ordnung des Zusammenlebens der Menschen einen Rückfall bedeutet – selbst hinter Maßstäbe bürgerlicher Gesellschaften.

Gleichzeitig entwickeln sich Nationalismus, Rechtspopulismus und antimuslimischer Rassismus immer mehr als gesellschaftliche Aggressionen gegen alles, was mit Unbehagen und Empörung als islamisch und damit als äußerlich und unpassend wahrgenommen wird. Diese Entwicklungen müssen beim Thema Islamismus unbedingt mitgedacht werden!

Der Begriff von »Kultur« dient in den Debatten über Islamismus als alles erklärender Terminus und die hiermit aufgemachte Rechnung ist sehr einfach: Der Islamismus leite sich aus der islamischen Religion ab und da die Kultur der arabischen Länder wiederum primär durch den Islam geprägt sei, stehe die »Kultur« der arabischen Welt mit anderen in einem Widerspruch, der kaum auflösbar scheint. Wahlweise werden dann Koran-Suren herbeizitiert, aus denen man den Islamismus ableiten will, oder islamistische Aktivisten als Repräsentanten der »islamischen Kultur« vorgeführt. Die Absolutsetzung der Kultur, die deren Mitglieder als ihre Manifestationen begreift, unterschlägt die globale Unterminierung traditioneller Gesellschaften durch den Kapitalismus.
Der Islamismus ist kein Kulturphänomen, sondern ein reaktionärer Lösungsversuch auf die im Kapitalismus immanente Krisen. Als politisches Projekt mit ideologischen Formen kollektiven Bewusstseins kann der Islamismus nicht unabhängig von strukturellen Einflüssen betrachtet werden. Die Utopie der Islamisten ist es, die Gesellschaft in das Goldene Zeitalter des Propheten zurück zu katapultieren. Diese Utopie tritt in Konkurrenz zu anderen Gesellschaftsentwürfen und ist auch in der »islamischen Welt« umstritten und umkämpft. Deshalb kann der Islamismus nicht als die Ausdrucksform einer Kultur gesehen, sondern muss als politische Bewegung mit einem gesellschaftlichen Programm gefasst werden. Ihn als politische und nicht als religiöse Bewegung zu begreifen heißt, sich mit dessen reaktionären Antworten auf die Krise der kapitalistischen Moderne zu befassen und diese zu kritisieren.
Darauf folgt jedoch kaum eine emanzipatorische Kritik des Islamismus. Stattdessen nehmen in westlichen Gesellschaften nationalistische, rechtspopulistische und rassistische Tendenzen zu – während die Linke dabei meist darin verhaftet bleibt, nur gegen die ihr so gewohnten Gegner_innen zu mobilisieren. Es ist ein Spannungsverhältnis zwischen Rassismus und Islamismus entstanden, das Linke nur selten richtig auflösen: Beides als ihre aktuelle Gegenbewegungen und damit beides als ihr Problem zu verstehen.

Anstelle der Kulturalisierung sollte unseres Erachtens der Fokus auf die strukturellen Einflüsse und die politischen Hintergründe für die Entstehung, Attraktivität und Ausweitung der islamistischen Bewegung als reaktionäres politisches Projekt gelegt werden.

Dieses Problem wird jedoch bei der Mobilisierung, sowie bei den Veranstaltungen gegen den Al-Quds-Tag in Wien nicht thematisiert. Auch das mehr als offensichtlich rassistische Verhalten der Polizei und des Verfassungsschutzes infolge einzelner Blockadeversuche in den letzten Jahren wird nicht angesprochen.

Dagegen wurden in den letzten Jahren Bündnisse mit konservativen Gruppierungen und Organisationen geschlossen. Eine Kritik am Al-Quds-Tag, am Islamismus und am Antisemitismus bedeutet auch eine Kritik an der politischen Ökonomie.

Gegen den Al-Quds-Tag!
Gegen jeden Antisemitismus!
Für eine Befreite Gesellschaft!
Solidarität mit Israel!

Zum Weiterlesen:
http://gruppemorgenthau.com/wut-burger/
http://antifa-ak.org/wp-content/uploads/2013/06/KP_Islamismusbroschuere.pdf

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Auch wenn ihr Josef verurteilt – wir kommen wieder!

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Gegen die Kri­mi­na­li­sie­rung von An­ti­fa­schis­mus!

Frei­heit für Josef!
Seit dem 24. Ja­nu­ar 2014 sitzt der An­ti­fa­schist Josef aus Jena in Wien im Knast, nach­dem er sich an den Pro­tes­ten gegen den Wie­ner Aka­de­mi­ker­ball be­tei­lig­te. Seit dem 6. Juni wird ihm der Pro­zess ge­macht. Die Staats­an­walt­schaft wirft ihm „Land­frie­dens­bruch“, „schwe­re Sach­be­schä­di­gung“ und „ab­sicht­li­che schwe­re Kör­per­ver­let­zung“ vor. Nicht nur das Feh­len jeg­li­cher Be­wei­se, son­dern auch die Er­klä­run­gen von Staats­an­walt­schaft, Po­li­zei und Ge­richt ma­chen deut­lich, dass Josef aus po­li­ti­schen Grün­den ein­ge­sperrt ist. An­ge­klagt ist nicht eine Ein­zel­per­son, son­dern eine ganze an­ti­fa­schis­ti­sche De­mons­tra­ti­on die, so die Staats­an­walt­schaft und nicht ein Le­ser­brief in der Kro­nen Zei­tung, das Ziel hatte Wien in Schutt und Asche zu legen. Of­fen­sicht­lich haben sie Josef dazu aus­er­ko­ren, um an ihm ein Ex­em­pel zu sta­tu­ie­ren. Sie dro­hen Josef mit bis zu 5 Jah­ren Haft. Nichts kann be­wei­sen, dass Josef (dem der Je­na­er Ober­bür­ger­meis­ter jetzt de­mons­tra­tiv einen Preis für Zi­vil­cou­ra­ge ver­lie­hen hat) auch nur ir­gend­ei­ne Straf­tat be­gan­gen hat – außer ein glaub­wür­dig­keits­de­fi­zi­tä­rer Po­li­zist, der als Zeuge aus­sagt. Dass die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den sich eine ei­ge­ne „Wahr­heit“ zu­recht­le­gen und die­sen in der Regel mehr Glau­ben ge­schenkt wird, als der ob­jek­ti­ven Be­weis­la­ge, be­zwei­felt wohl kaum je­mand. Bei­spie­le gibt es hier­für genug (AMS 4, Tier­schutz­pro­zess, Schlep­pe­rei­pro­zess“, Rapid Ul­tras, usw.)

fight re­pres­si­on!
Die re­pres­si­ven Maß­nah­men des Staa­tes wir­ken sich in vie­ler­lei Hin­sicht auch auf unser Ver­hal­ten aus. Stän­di­ge Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che sol­len ver­deut­li­chen, dass der Staat quasi je­der­zeit be­reit ist, gegen Ein­zel­ne vor­zu­ge­hen. Bei künf­ti­gen Ak­tio­nen oder in un­se­ren De­bat­ten soll allen Be­tei­lig­ten klar sein, dass po­li­ti­sches En­ga­ge­ment je­der­zeit Kon­se­quen­zen haben kann. Durch Ob­ser­vie­run­gen, bru­ta­len Po­li­zei­ein­sät­zen auf De­mons­tra­tio­nen, Fest­nah­men, Vi­deo­über­wa­chung und Haus­durch­su­chun­gen sol­len Ak­ti­vist*innen ein­ge­schüch­tert wer­den. Re­pres­si­on ist somit auch immer der Ver­such, Struk­tu­ren zu zer­schla­gen oder auf­zu­rei­ben. Sie zielt neben den di­rek­ten Fol­gen auch auf Ver­un­si­che­rung und Ver­ein­zelung ab. Nicht nur, dass po­li­ti­sche Ver­fah­ren viel Geld und Ar­beit kos­ten, sie sind auch emo­tio­nal eine große Be­las­tung für alle Be­trof­fe­nen. Ge­ra­de weil Re­pres­si­ons­schlä­ge so will­kür­lich sind, kann es alle je­der­zeit tref­fen. Es liegt an uns, diese ge­mein­sam durch­zu­ste­hen.

Smash §274
Der De­likt des „Land­frie­dens­bruchs“ er­mög­licht es, dass gegen einen sehr brei­ten Kreis von Ak­ti­vist*innen vor­ge­gan­gen wer­den kann – un­ab­hän­gig davon, ob sie tat­säch­lich aktiv an Straf­ta­ten mit­ge­wirkt haben. Dies er­öff­net der Staats­ge­walt die Mög­lich­keit, (zivil)ge­sell­schaft­li­che Grup­pie­run­gen zu kri­mi­na­li­sie­ren und diese po­li­tisch hand­lungs­un­fä­hig zu ma­chen. 517 Per­so­nen wur­den am 24. Jän­ner mit dem Vor­wurf des Land­frie­dens­bruchs an­ge­zeigt. Um die 500 davon sind An­zei­gen gegen un­be­kann­te Per­so­nen. Schon al­lei­ne das zeigt, wie will­kür­lich die­ser alte, tot­ge­glaub­te Pa­ra­graph ein­ge­setzt wird.

Demo Tag X
Falls Josef ver­ur­teilt wird ist es dies ein An­griff auf alle An­ti­fa­schist*innen, die am 24. Jän­ner gegen Bur­schen­schaf­ter und an­de­re rechts­ex­tre­me Män­ner­bün­de, wie die FPÖ, auf die Stra­ße ge­gan­gen sind. Das las­sen wir uns nicht bie­ten! Kommt alle zur De­mons­tra­ti­on am Tag X, am Sams­tag nach Pro­zess­ende und im Falle einer Ver­ur­tei­lung! Zei­gen wir un­se­re So­li­da­ri­tät mit Josef und Hü­s­ey­in und dass wir uns nicht von staat­li­chen, will­kür­li­chen Re­pres­si­ons­maß­nah­men ein­schüch­tern las­sen! Wir las­sen uns nicht in „gute“ und „böse“ An­ti­fa­schist*innen spal­ten – denn An­ti­fa­schis­mus ist und bleibt not­wen­dig und le­gi­tim!

Sams­tag – Tag X // 18 Uhr // Ste­phans­platz, Wien

Ge­trof­fen hat es einen, ge­meint sind wir alle!
Frei­heit für Josef! Frei­heit für Hü­s­ey­in!

EU-Gipfel in Turin am 11. Juli – abgesagt!

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Am 11. Juli 2014 soll­te in Turin der EU-​Gip­fel zur För­de­rung der Ju­gend­be­schäf­ti­gung statt­fin­den. In­zwi­schen ist er ab­ge­sagt – aus Angst vor Ran­da­le. Im Rah­men der ita­lie­ni­schen Rats­prä­si­dent­schaft hat­ten hoch­ran­gi­ge Re­gie­rungs­ver­tre­ter der EU ge­plant, über eine »Ju­gend­garan­tie« für ar­beits­lo­se Ju­gend­li­che zu ver­han­deln. Die ge­plan­ten Maß­nah­men hät­ten zum Ziel ge­habt, die durch Krise und Aus­te­ri­täts­po­li­tik mas­siv ge­stie­ge­ne Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit in Eu­ro­pa weg­zu­ver­wal­ten. Ju­gend­li­che soll­ten nach spä­tes­tens vier Mo­na­ten Er­werbs­lo­sig­keit in den Ar­beits­markt ver­mit­telt wer­den – vor allem in pre­kä­re Jobs, schlech­te Aus­bil­dun­gen und un­be­zahl­te Prak­ti­ka. Die »Ju­gend­garan­tie« soll­te die zy­ni­sche Ant­wort der herr­schen­den Po­li­tik auf die Si­tua­ti­on von knapp sechs Mil­lio­nen jun­gen Er­werbs­lo­sen sein, die in Folge der ge­gen­wär­ti­gen Krise und der Aus­te­ri­täts­po­li­tik in der EU ins­be­son­de­re im Süden Eu­ro­pas ar­beits­los ge­wor­den sind. Der Gip­fel soll­te damit si­gna­li­sie­ren, dass die Krise vor­über ist und es auch bei der Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit Fort­schrit­te gibt. Auch hät­ten sich die eu­ro­päi­schen Re­gie­rungs­chefs gern wohl als er­folg­rei­che Po­li­ti­ker des Nach-​Kri­sen-​Cha­os­ma­nage­ments ge­brüs­tet. Und der ita­lie­ni­schen Re­gie­rung unter Renzi wäre zudem ein sol­ches Event als Krö­nung der EU-​Rats­prä­si­dent­schaft gut zu­pass ge­kom­men.

Seit der Be­kannt­ga­be des Ter­min haben viele Grup­pen und Or­ga­ni­sa­tio­nen in ganz Eu­ro­pa zu Pro­tes­ten in Turin mo­bi­li­siert, so auch das …ums Ganze!-​Bünd­nis. Die Pro­tes­te in Turin hät­ten das Ziel ge­habt, das auf Dauer ge­stell­te Aus­te­ri­täts­re­gime zu de­le­gi­ti­mie­ren. Denn für die meis­ten Men­schen ist die Krise noch lange nicht vor­bei, sie ist viel­mehr zu einer Krise in Per­ma­nenz ge­wor­den – da hel­fen weder die ein­fühl­sa­men Wirt­schafts­re­por­ta­gen der FAZ noch das Fri­sie­ren der Ar­beits­lo­sen­zah­len durch EU-»Ju­gend­garan­ti­en«.

Das eu­ro­pa­wei­te Zu­sam­men­spiel zahl­rei­cher lin­ker Grup­pen und Strö­mun­gen, die nach Turin mo­bi­li­siert haben, hat die Si­tua­ti­on für Po­li­zei und Kri­sen­ak­teu­re an­schei­nend so un­kal­ku­lier­bar ge­macht, dass die eu­ro­päi­schen Re­gie­run­gen die Ver­an­stal­tung jetzt kurz­fris­tig ab­ge­sagt und auf den Herbst ver­tagt haben, mit noch un­ge­nau­em Datum und un­be­stimm­tem Ort, mög­li­cher­wei­se wird es Turin, mög­li­cher­wei­se Brüs­sel. Für uns heißt das erst­mal: Den ge­plan­ten Som­mer­ur­laub ab­sa­gen. Wer trotz­dem Lust auf Cam­pen, Dis­ku­tie­ren und Kif­fen mit ita­lie­ni­schen Ge­noss*innen hat, ver­bum­melt das Wo­chen­en­de nicht in Turin bei Pis­ta­zien­eis, son­dern auf of­fe­nen Ver­samm­lun­gen und Pro­tes­ten im fünf­zig Ki­lo­me­ter ent­fern­ten Val de Susa bei den Pro­tes­ten gegen Pre­ka­ri­sie­rung und die ak­tu­el­len ein­schnei­den­den ita­lie­ni­schen Ge­set­zes­ver­schär­fun­gen beim Recht auf Wohn­raum. Für alle an­de­ren: See you on the bar­ri­ca­des! Bei an­ti­ras­sis­ti­schen Pro­tes­ten nach der Räu­mung der Ber­li­ner Re­fu­gee-​Schu­le, am 3. Ok­to­ber in Han­no­ver (»Was ihr fei­ert: Armut, Aus­gren­zung, Leis­tungs­zwang«, www.​3oct.​net) oder spä­tes­tens bei den Pro­tes­ten gegen die Er­öff­nung der neuen Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank in Frank­furt.

Soli-Kundgebung für Josef am 14.06

Freiheit für Josef

Am 21. und 22. Juli finden die Fortsetzungstermine gegen unseren Genossen Josef statt, der nach den antifaschistischen Protesten gegen den Wiener Akademikerball immer noch in Untersuchungshaft sitzt. Ihm wird unter anderem Landfriedensbruch vorgeworfen; Ein Paragraph, der lange Zeit totes Recht war und nun zur Kriminalisierung von Protesten sowie von Fußballfans wiederbelebt werden soll. Trotz widersprüchlicher Beweise und tendenziöser Ermittlung wurden alle Einsprüche gegen Haft und Anklage abgelehnt sowie die Untersuchungshaft immer wieder verlängert.
Es ist zu befürchten, dass Polizei und Staatsanwaltschaft an Josef ein abschreckendes Exempel statuieren wollen. Auch wenn es einzelne trifft, ist der Versuch, antifaschistischen Widerstand zu kriminalisieren, ein Angriff auf alle Antifaschist_innen, eine Strategie um durch Delegitimierung und Einschüchterung künftige Proteste zu schwächen.
In Solidarität mit Josef und um zu zeigen, dass wir uns auch durch die massive Repression der letzten Monate nicht vom weiterhin notwendigen antifaschistischen Protest abbringen lassen, rufen wir zur weiteren kritischen Prozessbegleitung auf!

Freiheit für Josef, Freiheit für alle linkspolitischen Gefangenen!
Gegen die Kriminalisierung von antifaschistischem Widerstand!

Wann: 14.06. (Samstag) um 15:30
Wo: Alter Platz, 9020 Klagenfurt am Wörthersee/Celovec

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04. JUNI – NAZIAUFMARSCH VERHINDERN!

Im Vorfeld zum „Fest der Freiheit“ hat sich bereits einiges getan. Ein kurzer Überblick über Aktionen und Geschehnisse rund um den 4.6.

◾11:00 Unirampe: Burschi-Bummel verhindern!

Punkt 12 Uhr treffen sich dort jeden Mittwoch die deutschnationalen Burschenschafter des WKR, um Präsenz zu zeigen, ihre reaktionäre Weltanschauung zur Schau zu stellen und so Nachwuchs anzuwerben. Alle Versuche von antifaschistischen Initiativen und der ÖH Uni Wien, diesem wöchentlichen „Bummel“ der Korporierten ein Ende zu setzten, scheiterten an der Untätigkeit des Rektorats. Mit unserer Mobilisierung wollen wir den wöchentlichen Couleur-Bummel verhindern und Druck aufbauen, um den völkischen Umtrieben an der Universität ein für alle mal ein Ende zu setzen. Wir fordern als Antifaschist_innen einen klaren Bruch mit der NS-Vergangenheit der Uni und der NS-Kontinuität nach 1945.

◾Ab 17:00 Innenstadt: „Fest der Freiheit“ verhindern!

Um 19 Uhr findet im Palais Palffy (Josefsplatz) eine Podiumsdiskussion der Burschenschafter statt. Davor treffen sie sich am Michaelerplatz, um einen Umzug abzuhalten. Dies gilt es zu verhindern. Dabei setzen wir auf die Eigeninitiative von Aktivist_innen (siehe Aktionskarte) und des weiteren findet um 17 Uhr eine antifaschistische Demonstration der Offensive gegen Rechts mit Treffpunkt an der Rampe der Universität Wien statt.
Für den ganzen Tag wird es eine Rechtshilfe geben. Die Nummer, sowie weitere Updates folgen in den nächsten Tagen.

◾Erfolge der antifaschistischen Interventionen im Vorfeld des „Fests der Freiheit“:

Das nach dem Akademikerball großkotzig angekündigte „Fest der Freiheit“ ist auf einen kurzen Spaziergang, beginnend am Michaelerplatz, zusammengeschrumpft. An der Abendveranstaltung, die im Anschluss des Umzugs stattfinden soll, nehmen aufgrund der Veröffentlichungen des NOWKR-Bündnises weder Peter Pilz, noch der ehemalige und aktuelle Chefredakteur der Presse, Andreas Unterberger und Rainer Nowak, teil. Auch der völkisch-nationalistische Großdeutschland-Träumer Gerhard Schlüsselberger soll aufgrund dieser Enthüllungen nicht mehr öffentlich für das „Fest der Freiheit“ in Erscheinung treten. Alles in Allem werten wir das als Erfolg unseres antifaschistischen Engagements.

KEIN MAL UND NIE WIEDER!
DAS FEST DER FREIHEIT VERHINDERN!

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