Ulrichsberg erobern

ulrichsberg

Nachdem seit der Kärntner Landtagswahl vom 3. März 2013, SPÖ, ÖVP und Grüne erstmals in der Ge-schichte Kärntens eine Mehrheit im Landtag und in der Landesregierung stellen, haben sich viele Men-schen Veränderungen erhofft. Wie auch beim Thema Ulrichsbergtreffen. Obwohl die Staatsanwaltschaft Klagenfurt Anzeige gegen die Facebook-Seite der Ulrichsberggemeinschaft, wegen “ Verdachts des Ver-brechens nach dem Verbotsgesetz“ erstattet hat und auch „“enge Verbindungen“ zwischen der Ulrichs-berg-Facebook-Seite und der Ulrichsberggemeinschaft (UBG)“ aufgelistet wurden, sieht die sehr gefeierte Kärntner Landesregierung keinen Grund zum Einschreiten. Auch aufgrund der Gäste des Treffens aus den letzten Jahren, wie Vertreter der Waffen-SS-Kameradschaft IV und deren europäischer Kollaborati-onsverbände, Alt- und Neonazis, wie Heinrich Himmlers Tochter Gudrun Burwitz oder zuletzt der derzeit einsitzende Gottfried Küssel, welcher, mit seinen Kameraden Hans-Jörg Schimanek Jr. und Riccardo Sturm aus Leipzig, in den vergangenen Jahren die antifaschistischen Gegenproteste brutal attackierte, sieht die Kärntner Landesregierung keinen Grund zum Handeln. Auch weiterhin wird das Treffen von der Kärntner Landesregierung finanziert, es sollen lediglich Subventioen „reduziert“ werden. Zudem weigert sich das Bundesheer noch immer, die nicht mehr gehfähigen Veteranen, wie viele Jahre zuvor, zur Ge-denkfeier auf den Gipfel zu chauffieren.
Das Ulrichsbergtreffen fungiert als eines der größten rechtsextremen und nazistischen Treffen in Europa. Die Leugnung und auch Verherrlichung von NS-Verbrechen, Täter-Opfer-Umkehr und die Glorifizierung von nationalsozialistischen Einheiten und Organisationen, das einen positiven Bezug auf den Nationalso-zialismus als Ganzes ermöglicht, sind an der Tagesordnung. Der rassistische Vernichtungskrieg im Osten („Krieg gegen den Bolschewismus“) wird verherrlicht und alte Feindbilder wie PartisanInnen und Slowe-nInnen beschworen.
Da reicht es nicht, dass das Ulrichsbergtreffen am 17. September 2013 nicht bei der Gedenkstätte am Ul-richsberg, sondern am Fuß des Berges in Pörtschach am Berg stattfindet.

Gegen revisionistische Opfermythen und NS-Verharmlosung! Deutsche Täter sind keine Opfer! NS-Kriegsverbrecher zur Verantwortung ziehen!

Izid Koroških deželnozborskih volitev 3. marca 2013 je bil jasen: Koalicija SPÖ, ÖVP in zelenih je dobila večino in nemalo ljudi je upalo na in pričakovalo politične spremembe, tudi kar se tiče Ulrichsberga/Vrha. Sicer je celovško državno tožilstvo proti skupnosti Ulrichsberga vložilo ovadbo zaradi osumljenih prekrškov zakona proti nacističem udejstvovanju, ravno tako je navedlo „tesne povezave“ med facebook-stranjo Ulrichsberga ter skupnosti Ulrichsberga. Kljub temu pa Koroška vlada ne vidi razlogov za ukrepanje. Vendar bi že pogled na goste Ulrichsberga moral biti razlog, da zazveni alarm. Zastopniki veteranskih skupnosti Waffen-SSa in njihovih evropskih kolaboraterjev, Himmlerjeva hčerka Gudrun Burwitz ali najbolj razvpit avstrijski neonacist Gottfried Küssel, ki je ob obisku Celovca skupaj z nemškimi neonacističnimi pretepači napadel antifašistično demonstracijo. Namesto, da se srečanje na Ulrichsbergu torej ukine, ga Koroška deželna vlada še naprej podpira, sicer so subvencije „zreducirane“, toda vsekakor. Celo avstrijska vojska se je po dolgih letih odločila, da Ulrichsberga ne podpira več logistično in ideološko. Srečanje na Ulrichsbergu je ena največjih skrajno desnih in neonacističnih prireditev v Evropi. K srečanju spadajo zanikanje in poveličevanje nacističnih zločinov, organizacij in vojnih enot. Nacistični storilci na Ulrichsbergu postanejo uboge žrtve, pozitivno nanašanje na nacionalsocializem je Koroški rjavi gori imanentno. Rasistična uničevalna vojna na vzhodu postane kar „boj proti bolševizmu“ in tudi stari nacistično sovraštvo proti slovencem in partizanom na Ulrichsbergu živi naprej. In čeprav se rjavo srečanje letos ne bo zgodilo na vrhu Ulrichsberga, temveč ob vznožju, obstaja še vedno dosti razlogov, da gremo letos skupno na cesto in demonstriramo.

Proti revizionističnim mitom in poveličevanju nacizma! Nemški zločinci niso žrtve in morajo pred sodišče!

Kritischer Kommentar zum Schüler-Kalender des MKV

Warum dieser Flyer?
Auch dieses Jahr verteilten zahlreiche Mitglieder des konservativen Schüler-
und Schulabsolventenverbandes* MKV (Mittelschüler-Kartell-Verband) wieder ihren
“Schüler-Kalender” vor zahlreichen Schulen in ganz Österreich.
Das fragwürdige Gedankengut welches vom MKV im allgemeinen, aber auch im Vorwort des besagten Kalenders vermittelt bzw. propagiert wird, wird dabei von Schulleitungen meist ignoriert.

Der MKV ist der Dachverband von über 160 (rechts-)konservativen, farbentragenden Männerbünden. Die Aufnahme von weiblichen Mitgliedern ist MKV-Verbindungen untersagt, in der Vergangenheit wurden zuwider handelnde Verbindungen aus dem Kartell ausgeschlossen. Die grundsätzlich sexistische Haltung des MKV wird auch durch seine ablehnende Haltung gegenüber Abtreibung verdeutlicht.
Seit 1933 bleiben die “Burschen” ihren Grundwerten “patria, religio, scientia, amicita” (“Heimat, Religion, Wissenschaft, Freundschaft”) nun schon treu, was sich in ihren ewig gestrigen Ritualen inklusive Farben-Band, Studentenmütze und
Degen zeigt.

Der MKV ist eine Organisation, deren Prinzipien sich auf religiösen Konservativismus, die Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen und Nationalismus (“Österreicher zu sein ist für uns Ehre und Verpflichtung zugleich.“) stützen, und somit klar als rechtsextreme Burschenschaft bezeichnet werden kann.

Was sind Burschenschaften?
Die Burschenschaft bzw. Verbindung versteht sich als Lebensbund. Sie nimmt die Lebensfreundschaft (amicitis) in ihre Prinzipien auf. Das heißt Konkret: Wer Eintritt, tritt nicht so einfach wieder aus, sondern bleibt ihr für immer treu.
Neue Mitglieder haben eine starre und streng hierarchisierte Verbindungslaufbahn vor sich. Zudem ist die wöchentliche Teilnahme an ritualisierte Feierlichkeiten, den Kneipen, Pflicht.

Weitere Prinzipien von Verbindungen sind neben der Wissenschaft (scientia) und Religion (religio) auch der mit der Liebe zum Vaterland (patria) zusammenhängende Nationalismus. Hinzu kommt eine streng elitäre Ausrichtung.
Das Bekenntnis zur Religion bedeutet auch die Übernahme reaktionärer Positionen der katholischen Kirche wie Homophobie.
Korporationen schließen Frauen strukturell aus und gründen ein antiemanzipatorisches und sexistisches Frauenbild.
Auch der Antisemitismus ist ein fixer Bestandteil burschenschaftlichen Lebens. Bereits die Urburschenschaft bestimmte, dass nur „ein Deutscher und Christ“ Mitglied werden durfte.

Nicht alle Studentenverbindungen tragen Farbe (Kappe und Band), nicht alle tragen Zweikämpfe mit scharfen Waffen aus (Mensur). »Schlagende Verbindungen« nennt man diejenigen, deren Mitglieder Mensuren fechten – schwere Verletzungen können die Folge sein. Im Gesicht zurückbleibende Narben heißen Schmiss, sie dienen Mitgliedern schlagender Verbindungen als ehrenhaftes Erkennungszeichen. Und schließlich: Viele Studentenverbindungen nehmen nur Österreicher auf.
Oft zählt dabei nicht die Staatszugehörigkeit, sondern die Abstammung. Für manche Studentenverbindungen gelten Österreicher als “Deutsche“, Österreicher mit dunkler Hautfarbe jedoch nicht.

Deutschnationale Burschenschafter stehen für völkischen Nationalismus, NS-Verherrlichung und Holocaust-Leugnung. Das extrem antisemitische, homophobe, rassistische und frauenfeindliche Weltbild des Österreichischen Kooperationswesens stellt kein gesellschaftliches Randphänomen dar. Deutschnationale Burschenschaften fungieren vielmehr auch als Kaderstätte und Verbindungsglied zwischen legal organisierten Rechtsextremen und der militanten Neonaziszene.
Leider nicht überraschend ist der erste politische Mord in Österreich seit 1945 von einem Mitglied der offen neonazistischen Burschenschaft Olympia begangen wurde.

Wie soll mit dem Kalender umgegangen werden?
Burschenschaften operieren in Österreich seit jeher im Schatten der gesellschaftlichen Akzeptanz. Beispiel dafür ist auch der jährliche, in Wien stattfindende Ball des Wiener-Korporations-Rings (WKR), welcher sogar in der Wiener Hofburg veranstaltet werden darf und als eines der wichtigsten Vernetzungstreffen der Europäischen Rechten gilt. Gäste waren unter anderen auch Le Pen (Front National) und Frank Vanhecke (Vlaams Belang). Trotz massiver und jährlicher Proteste von tausenden Gegner_innen des WKR-Balls hat sich bis Heute nichts an diesem Missstand geändert.
Es ist wichtig aufzuzeigen, dass sich hinter der Fassade patriotischer Traditionspflege vielmehr die Erhaltung und Verbreitung faschistischer Ideologie verbirgt.
Somit stellt sich die Frage, inwiefern es die Österreichischen Hochschulen zulassen sollten, dass Quasi-Werbegeschenke wie der MKV-Schüler-Kalender auf ihren Geländen an Schüler_innen aller Altersstufen verteilt wird.
Die Schulleitungen betroffener Schulen sollten ihren Standpunkt überdenken, faschistischer Propaganda sollte auf dem Schulgelände kein Platz geboten werden.

Wenn sich ein/e Schüler_in dennoch entschließt den besagten Kalender als solchen zu nutzen, ist die kritische Reflexion der von den Herausgebern vertretenen Werten dringend notwendig.

Kein Fußbreit dem Faschismus!
Burschis die Kappen wegschnappen
!

*an dieser Stelle wurde im Kontext bewusst auf das gendern verzichtet.

8.Mai – Wer nicht feiert, hat verloren

Am 8. Mai 1945 endete der 2. Weltkrieg in Europa, Österreich wurde vom Nationalsozialismus befreit. Manche Österrreicher_innen betrauern den Untergang „ihres“ Reichs bis heute. So gibt es in Kärnten/Koroška jedes Jahr das Ulrichsbergtreffen, bei dem sich SS-Veteranen aus ganz Europa treffen und den Krieg für ihr „Vaterland“ feiern. Im Zentrum von Klagenfurt/Celovec, einer ehemaligen SS-Garnisionsstadt, gibt es bis heute kein Denkmal für die bis zu 5000 Opfer des NS aus Kärnten/Koroška, sehr wohl aber ein Denkmal für rund 100 großteils NSDAP Mitglieder welche 1945 von Jugoslawischen Partisanen verschleppt wurden und zum Teil nicht mehr zurück kehrten. Der bewaffnete Widerstand der Kärntner Slowenen gegen den NS wird von höchster politischer Ebene marginalisiert und als Kampf für ein „Großslowenien“ dargestellt. Die Geringschätzung für die Opfer des NS zeigte sich zuletzt im Dezember 2011, als das Land Kärnten das symbolische Weihnachtsgeld für NS-Opfer einstellen wollte, während die Ulrichsberggemeinschaft jedes Jahr Zehntausende an Euro Unterstützung bekommt. Deshalb:

Gegen den Österreichischen Opfermythos, gegen den Kärntner Geschichtsrevisionismus, den 8. Mai zum Feiertag machen, das „Partisanenterror“-Denkmal schleifen!
Demo: 8. Mai 2012, 16h Alter Platz Klagenfurt/Celovec

Queer Up!! – Geschlechterkonstrukte zerschlagen

Die Einteilung in zwei Geschlechter (Mann und Frau) erscheint heute selbstverständlich und wird als naturgegeben dargestellt. Jenachdem welchem
biologischem Geschlecht mensch zugeordnet wird (und sich selbst zuordnet), wird mensch wahrgenommen, behandelt. Kurz nach der Geburt wird jeder Mensch eindeutig zugeordnet in jedem staatlichen Dokument wird das
biologische Geschlecht angeführt. Seit da an wird weibliches/männliches
Verhalten antrainiert, dem Kind gelernt Menschen als Frau oder Mann zu erkennen und sich selbst als Mädchen oder Bub zu verhalten. Dieses
„eindeutige“ Erkennen resultiert aus der Interpretation verschiedener
Ausbeulungen des Gewandes (oder keinen) worunter sich Brüste oder
Genitalien verstecken. Weiters resultiert das Erkennen auf das tragen der
Kleidung (wieso tragen Männer eigentlich keine Röcke??), aus langen oder kurzen Haaren, Make Up, Körperhaltung, Sprache, Gestik, Mimik, Geruch, welche Körperstellen rasiert sind…
Die Merkmale für die geschlechtliche Zuordnung verändern sich laufend, werden immer wieder neu festgelegt und hängen von Schicht, Zugehörigkeit einer Jugendgruppe, Alter etc. ab. So wurde jeder Mann der vor 50 Jahre lange Haare trug als „schwul“ beschimpft, durch die Hippie Bewegung und des nachfolgenden Rock und Heavy Metal wurde das tragen langer Haare für Männer gesellschaftlich Anerkannt.

Die Aufteilung der Geschlechter wurde geschichtlich verschieden
gerechtfertigt. War im Mittelalter noch Gott die Ursache für die Schöpfung und somit auch der Schaffung der Frauen und Männer, so trat mit Charles Darwin die Evolutionstheorie an dessen Stelle. Nun wurde die Aufteilung als natürlich und von Natur gegeben dargestellt. Seit der Französischen
Revolution, an der Frauen maßgeblich mitgewirkt hatten, änderte sich die
Sichtweise. Zwar waren viele Frauenrechte wie das Wahlrecht noch weit
entfernt, doch die Annahme alle Eigenschaften der Frau und ihre Aufgaben seien natürlich und immerwährend wurde hinterfragt und breit diskutiert.

In der ersten und zweiten Frauenbewegung wurde immer von dem Bestehen der Geschlechter ausgegangen. Die Veränderbarkeit von weiblichen oder männlichen Eigenschaften wurde mit dem Konstrukt von sex (körperliches, unveränderbares Geschlecht) und gender (soziales, angelerntes und
veränderbares Geschlecht) argumentiert. In den 1980ern kam die Idee der Queer Theorie auf. Judith Butler stellte als erste mit ihrem Buch „das
Unbehagen der Geschlechter“ (engl. „Gender Troubles“) die
Zweigeschlechtlichkeit grundsätzlich in Frage. So ist auch das körperliche
Geschlecht gesellschaftlich erschaffen. Der „Embodiment-Ansatz“
(eine Theorie der Neurobiologie) besagt, dass sich Sozialisation, die
Lebensbedingungen und Erfahrungen eines Menschen in der Entwicklung seines Körpers widerspiegeln. So verändert sich z.B. die Hirnstruktur bei frühem erlernen einer Fremdsprache.

Wir sind uns bewusst, dass es momentan Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, dass diese jedoch nicht biologische bestimmt sondern durch die
jeweilige Sozialisation erschaffen werden. Sichtbar muss jedoch gemacht werden, dass es viele Menschen gibt die sich nicht eindeutig zuordnen lassen können oder wollen.

Geschlechterkonstrukte zerschlagen!!!
Queer up!