JUST ANOTHER BRICK IN THE WALL. Veranstaltungsreihe gegen den Wiener Akademikerball 2014

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Aus der Per­spek­ti­ve mensch­li­cher Eman­zi­pa­ti­on ist An­ti­fa­schis­mus eine not­wen­di­ge Zu­mu­tung. Ein ver­nünf­ti­ger An­ti­fa­schis­mus speist sich heute schließ­lich aus der Re­fle­xi­on des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus. Jener näm­lich, dass es etwas noch schlim­me­res als die bür­ger­li­che Ge­sell­schaft in ihr immer geben kann. Ohne also die Er­kennt­nis, dass sie selbst die „spru­deln­de Quel­le der ge­sell­schaft­li­chen Ir­ra­tio­na­li­tät“ (Ador­no) ist, zu ver­ges­sen, be­deu­tet An­ti­fa­schis­mus, nur die bür­ger­li­che Ge­sell­schaft vor ihren doch je ei­ge­nen Ge­schöp­fen in Schutz zu neh­men. Die aus dem An­ti­fa­schis­mus für das Pro­jekt der Über­win­dung der fal­schen Ver­hält­nis­se zu zie­hen­de Er­kennt­nis ist in die­sem Sinne, dass die „ob­jek­ti­ven Ver­lie­rer“ des Be­ste­hen­den eben nicht au­to­ma­tisch das sub­jek­ti­ve In­ter­es­se am Bes­se­ren haben müs­sen.

Das frus­trie­ren­de Hams­ter­rad des An­ti­fa­schis­mus wird die ra­di­ka­le Linke unter ka­pi­ta­lis­ti­schen Be­din­gun­gen also nicht ver­las­sen kön­nen. An­statt sich mit die­sem Zu­stand je­doch ge­mein zu ma­chen, wäre schon aus die­ser Er­fah­rung ein Ar­gu­ment für den Um­sturz zu zie­hen. Denn die ge­sell­schaft­li­che Si­tua­ti­on ist be­reits ohne Neo­na­zis, Bur­schen­schaf­ter und der FPÖ so skan­da­lös, wie ihr als Gan­zes an­ti­fa­schis­tisch eben nicht bei­zu­kom­men ist. Der Aka­de­mi­ker­ball ist nur ein Stein in einer Mauer, die es nie­der­zu­rei­ßen gilt, um auf den Trüm­mern der alten Ge­sell­schaft die be­frei­te zu er­reich­ten. Aus die­sem Grund or­ga­ni­sie­ren wir als au­to­no­me an­ti­fa [w] im Vor­feld des Aka­de­mi­ker­balls eine vier­tei­li­ge Ver­an­stal­tungs­rei­he zu den The­men Ex­tre­me Rech­te in Eu­ro­pa, “das rechts­ex­tre­me Ge­schlecht“, Ras­sis­mus und Na­tio­na­lis­mus in Grie­chen­land, sowie eine Po­di­ums­dis­kus­si­on zu Form­kri­tik und He­ge­mo­nie­theo­rie. Denn um dem fal­schen Gan­zen auf die Pelle zu rü­cken, bräuch­te es schließ­lich eine über den An­ti­fa­schis­mus hin­aus­ge­hen­de, prak­ti­sche Kri­tik an Staat, Ka­pi­tal und Pa­tri­ar­chat. •

Mi. 04.​12.​2013
19:00 | Uni Wien, NIG HS II

Das rechts­ex­tre­me Ge­schlecht

Vor­trag und Dis­kus­si­on mit Ju­dith Goetz

Wenn­gleich im me­di­al ver­brei­te­te­ten Bild des ös­ter­rei­chi­schen Rechts­ex­tre­mis­mus (immer noch) Män­ner do­mi­nie­ren, sind Frau­en in den un­ter­schied­li­chen Spek­tren des Rechts­ex­tre­mis­mus aktiv. In einem Vor­trag mit an­schlie­ßen­der Dis­kus­si­on soll auf­ge­zeigt wer­den, wie Männ­lich­keit und Weib­lich­keit in der ex­tre­men Rech­ten hier­zu­lan­de ver­han­delt wer­den und sich Frau­en­bil­der und „weib­li­che“ Ak­ti­ons­for­men ent­wi­ckelt haben. Dabei kann bei­spiels­wei­se ein Re-​Tra­di­tio­na­li­sie­rungs­trend kon­sta­tiert und An­ti-​Gen­der­main­strea­ming als Brü­cke zwi­schen ex­tre­mer Rech­te und Kon­ser­va­tis­mus der Mitte er­kannt wer­den. Gleich­zei­tig sta­bi­li­siert die Frau­en­prä­senz die rech­te Szene weil sie nicht nur nach Außen das Image ver­bes­sern, son­dern auch leich­ter Ein­gang in zi­vil­ge­sell­schaft­li­che Be­rei­che wie El­tern­bei­rä­te, Ver­ei­ne etc. haben. •

Ju­dith Goetz, Li­te­ra­tur-​ und Po­li­tik­wis­sen­schaf­te­rin, Mit­glied der Re­dak­ti­on Con­text XXI sowie der LICRA (Liga gegen Ras­sis­mus und An­ti­se­mi­tis­mus); zahl­rei­che Ar­ti­kel und Vor­trä­ge zu den The­men­be­rei­chen Rechts­ex­tre­mis­mus, Ge­denk­po­li­tik und Ge­denk­kul­tur in Ös­ter­reich sowie zu fe­mi­nis­ti­schen/frau­en­po­li­ti­schen Fra­ge­stel­lun­gen.

Do. 12.​12.​2013
19:00 | Uni Wien, NIG HS III

Kri­sen­ge­win­ner?
Die ex­tre­me Rech­te in Eu­ro­pa

Vor­trag und Dis­kus­si­on mit He­ri­bert Schie­del

Un­ter­gangs-​ und Ret­tungs­phan­ta­si­en kenn­zeich­nen den Rechts­ex­tre­mis­mus seit jeher, in der Krise be­gan­nen sie ihn rich­tig­ge­hend zu do­mi­nie­ren. Rechts­ex­tre­me pro­fi­tie­ren von so­zia­len (Ab­stiegs-​)Ängs­ten, die sie darum ins Ir­ra­tio­na­le und Pa­ni­sche zu stei­gern ver­su­chen. Im nächs­ten Schritt wird die Angst vor der Armut in Hass auf die Armen um­ge­wan­delt. An ihnen zeigt die ex­tre­me Rech­te, aber auch die herr­schen­de EU-​Po­li­tik ex­em­pla­risch, wie sie das „Un­ter­schich­ten­pro­blem“ (Thilo Sar­ra­zin) zu lösen ge­denkt – durch Ab­schot­tung, Dis­kri­mi­nie­rung, De­por­ta­tio­nen und Re­pres­sio­nen. Die­ser Angst­po­li­tik zum Trotz ist nichts fal­scher, als die Er­fol­ge der ex­tre­men Rech­ten mit so­zia­ler De­pri­va­ti­on zu er­klä­ren. Die Em­pi­rie und der ver­glei­chen­de Blick in man­che EU-​Staa­ten las­sen viel­mehr den Schluss zu, dass die in­di­vi­du­el­le so­zia­le Lage oder Be­dro­hung keine aus­rei­chen­de Be­grün­dungs­va­ria­ble für rechts­ex­tre­me Ori­en­tie­rung dar­stellt. Den­noch hält die Linke vie­ler­orts immer noch an die­ser fal­schen Er­klä­rung und den von ihr ab­ge­lei­te­ten fal­schen Stra­te­gi­en fest.

Vor­trag und Dis­kus­si­on be­schäf­ti­gen sich mit der ex­tre­men Rech­ten in West- und Ost­eu­ro­pa, den Ur­sa­chen für ihre Er­fol­ge und was da­ge­gen (nicht) getan wer­den soll­te. •

He­ri­bert Schie­del, Rechts­ex­tre­mis­mus­for­scher, lang­jäh­ri­ger Be­richt­er­stat­ter für das Ste­phen Roth In­sti­tu­te for the Study of Con­tem­pora­ry An­ti­se­mi­tism and Ra­cism (Tel Aviv Uni­ver­si­ty); For­schungs-​ und Pu­bli­ka­ti­ons­schwer­punk­te: Rechts­ex­tre­mis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus und Ras­sis­mus, FPÖ und Bur­schen­schaf­ten; zahl­rei­che Vor­trä­ge und Ver­öf­fent­li­chun­gen, zu­letzt im Herbst 2011: „Ex­tre­me Rech­te in Eu­ro­pa“ (Edi­ti­on Stein­bau­er)

Do. 09.​01.​2014
19:00 | Uni Wien, NIG HS III

Greece must die
(….​so that we can live)

Vor­trag und Dis­kus­si­on mit Ver­tre­te­rIn­nen der Grup­pe an­ti­fa ne­ga­ti­ve (Athen)

Does cri­sis cause ra­cism? Does this imply that Greece was an „an­ti-​ra­cist hea­ven“ be­fo­re the IMF me­a­su­res? What went wrong after the in­di­gna­dos, and in the neigh­borhoods ap­peared the ra­cist mi­li­tia? Has every coun­try that went through cri­sis seen the rise of Nazi par­ties or is there a „Greek pe­cu­li­a­ri­ty“? After the go­vern­men­tal crack­down on Gol­den Dawn who will take under his wings the ra­cist mob? These and many more ques­ti­ons will be the topic of a pre­sen­ta­ti­on by An­ti­fa Ne­ga­ti­ve where „dark and hi­d­den“ sto­ries from the re­cent his­to­ry of Greek fa­scism will be re­vea­led. •

Die Grup­pe an­ti­fa ne­ga­ti­ve (ehem an­ti­fa Casa del Campo) hat sich im Mai 2012, als Zu­sam­men­hang von grie­chi­schen und mi­gran­ti­schen An­ti­fa­schis­tIn­nen, in Athen ge­grün­det. Ihr Motto: „Der Feind ist das ei­ge­ne Land“

Fr. 17.​01.​2014
19:00 | Uni Wien, NIG HS III

NO WAY OUT?
Die Linke zwi­schen He­ge­mo­nie­theo­rie und Form­kri­tik

Po­di­ums­dis­kus­si­on mit Jan Schle­mer­mey­er und Alex De­mi­ro­vić

Nicht erst seit Aus­bruch der ak­tu­el­len Krise des Ka­pi­ta­lis­mus ge­winnt die De­bat­te in­ner­halb der (ra­di­ka­len) Lin­ken darum, wie man in Pro­tes­te in­ter­ve­niert, Wi­der­sprü­che zu­spitzt und also ge­sell­schaft­li­che Ver­hält­nis­se ver­än­dert, wie­der an Be­deu­tung. In die­ser De­bat­te ste­hen sich zwei Po­si­tio­nen ge­gen­über: Zum einen eine he­ge­mo­nie­theo­re­tisch be­ein­fluss­te Po­si­ti­on, die die Kon­tin­genz so­zia­ler Pro­zes­se her­vor­hebt, die die Be­deu­tung so­zia­ler Kämp­fe be­tont und die his­to­ri­sche Ent­wick­lung vor allem als Er­geb­nis von Klas­sen­kämp­fen und ver­än­der­ten Kräf­te­ver­hält­nis­sen in­ter­pre­tiert. Zum an­de­ren eine der Neuen Marx-​Lek­tü­re ent­stam­men­de Po­si­ti­on, die eher die sys­te­mi­schen Dy­na­mi­ken ka­pi­ta­lis­ti­scher Ent­wick­lung im Blick hat und mit dem Be­griff der Form und der Kri­tik des Fe­ti­schis­mus, den hand­lungs­theo­re­ti­schen An­sät­zen ihre Gren­zen auf­zeigt.

Vor die­sem Hin­ter­grund wol­len wir dis­ku­tie­ren, wie um­g­zu­ge­hen ist mit dem Marx­schen Dik­tum, dass die Men­schen ihre ei­ge­ne Ge­schich­te ma­chen, aber nicht aus frei­en Stü­cken unter selbst­ge­wähl­ten, son­dern unter un­mit­tel­bar vor­han­de­nen, ge­ge­be­nen und über­lie­fer­ten Um­stän­den? Diese Fra­gen wol­len wir ge­mein­sam mit Alex De­mi­ro­vić und Jan Schle­mer­mey­er dis­ku­tie­ren. •

Jan Schle­mer­mey­er lebt in Frank­furt, ar­bei­tet mit am In­sti­tut für ka­te­go­ria­le Ana­ly­se (In­ka­tan) und pro­mo­viert in Mar­burg. Alex De­mi­ro­vić, Mit­glied im Bei­rat des Bun­des de­mo­kra­ti­scher Wis­sen­schaft­le­rIn­nen und des wis­sen­schaft­li­chen Bei­rats von Attac Deutsch­land, Mit­glied des Vor­stands der Ro­sa-​Lu­xem­burg-​Stif­tung und Re­dak­ti­ons­mit­glied der Zeit­schrift Prok­la.

Fr. 24.​01.​2014
17:00 | Land­stras­se / Wien Mitte

Un­se­ren Hass den könnt ihr haben
NOWKR Demo 2013

Alle In­for­ma­tio­nen zur Demo und alle Ter­mi­ne on­line auf
http://​​antifanet.​at
http://​nowkr.​at


Zentrums für Frauen- und Geschlechterstudien veranstaltet:

Gastvortrag: Gabriele Dietze – „Integration im Fernsehen? Migration, Geschlecht und Queer in Casting Shows“
Dienstag, 3. Mai 2011, 19 Uhr
Z.1.29 (Oman-Saal), Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Der Vortrag wird sich mit Musik-Castingshows wie „Deutschland sucht den Superstar – DSDS“ befassen. Es wird dabei eine zunehmende Präsenz von BewerberInnen mit Migrationshintergrund und/oder ‚queerer‘ Performanz registriert. Dabei soll den Fragen nachgegangen werden, ob diese immens erfolgreichen Formate mit hoher Publikumsbeteiligung andere Modi emotionaler Beheimatung ermöglichen als staatsoffizielle Integrationsdiskurse sowie welche jugendliche Weiblichkeits- und Männlichkeitskonstruktionen dabei popularisiert werden.

Gabriele Dietze forscht und lehrt in Kultur und Gender-Studies. Neben Gastprofessuren in den USA und Österreich arbeitet sie im Forschungsprojekt „Kulturen des urbanen Wahns“ an der Humboldt Universität zu Berlin.

Eine Veranstaltung des Zentrums für Frauen- und Geschlechterstudien
http://www.uni-klu.ac.at/gender/inhalt/655_1811.htm
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A N A R H

Dnevi avtonomne politike in kulture
(Tage autonomer Politk und Kultur)
13. – 15. maj 2011, Delavski dom Trbovlje (pri Ljubljani, SLO)

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Federacija za anarhistično organiziranje pripravlja v mesecu maju dneve avtonomne politike in kulture. Prireditev, ki bo na eni strani sejem različnih oblik neodvisne produkcije na drugi pa festival, ki bo vključeval delavnice, pogovore, kulturni program in dobro staro zabavo, se bo zgodila v Delavskem domu Trbovlje med 13. in 15. majem. Obisk prireditve je seveda brezplačen, Anarh, kot se dnevi imenujejo, pa so namenjeni prav vsem – starim in mladim, delavcem in študentom, aktivistom in podpornikom ter vsem ostalim, ki jih zanima svobodoljubna politična misel, kultura in delovanje.

Die Föderation für anarchistische Organisationen veranstaltet im Mai die Tage autonomer Politik und Kultur. Die Veranstaltung, die auf der einen Seite eine Messe für verschiedene Formen unabhängiger Produktion und auf der anderen Seite ein Festival, bestehend aus Workshops, Vorträge, kulturellen Veranstaltungen und den guten alten Spaß sein wird, findet im Arbeiterhaus Trbovlje bei Ljubljana (SLO) vom 13.-15. Mai statt. Der Besuch der Tage autonomer Politik und Kulutr ist natürlich gratis, Anarch, wie die Tage heißen, sind für alle gedacht – Alten und Jungen, Arbeiter_innen und Student_innen, Aktivist_innen und Sympathisant_innen, sowie allen, die sich für freiheitsliebende Gedanken, Kultur und Produktion interessieren.

http://www.a-federacija.org/
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Zentrums für Frauen- und Geschlechterstudien veranstaltet:

Vortrag und Buchpräsentation: Doris Leibetseder – „Queere Tracks. Subversive Strategien in der Rock- und Popmusik“
Donnerstag, 19. Mai 2011, 19 Uhr
M.0.09 (ÖH-Wohnzimmer, Mensa-Gebäude), Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
anschließend: gemütliches Beisammensein

In dieser spannenden Pionierarbeit werden erstmals Schlüsselkonzepte der aktuellen Gender-Politik und Queer-Theorie wie Ironie, Parodie, Camp, Maske/Maskerade, Mimesis/Mimikry, Cyborg, Transsexualität und Dildo wissenschaftlich aufbereitet. Mit Hilfe einer neuen Art der Wissensvermittlung verbindet die Autorin anspruchsvolle sozial- und kulturwissenschaftliche Theorien mit praktischen Beispielen aus den Cultural Studies. Der subversive Charakter queerer Motive wird am Beispiel zeitgenössischer Rock- und Popmusik aufgezeigt und in Beziehung zu klassischen Diskursen der abendländischen Philosophiegeschichte gesetzt.

Doris Leibetseder, Radiotechnologin, Magistra und Doktorin studierte Philosophie, Spanisch und Geschichte in Wien, Barcelona und London. Sie lehrte zwei Jahre als Österreich-Lektorin am German Department der Durham University (UK), bevor sie als Mitarbeiterin an das Zentrum für Frauen- und Geschlechterstudien der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt kam.

Eine Veranstaltung des Zentrums für Frauen- und Geschlechterstudien und des ÖH-Queer-Referates
http://www.uni-klu.ac.at/gender/inhalt/655_1812.htm
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